Text-Bild-Ansicht Band 89

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ich habe dessen Verfahren sorgfältig geprüft und halte diese Methode für die einfachste und beste, indem sie ein stets gleichförmiges Product liefert, und das Resultat der Rechnung am nächsten kommt, welche 52–53 Proc. ausweist.

4 Theile doppelt-chromsaures Kali,
1 Theil Kartoffelstärke

werden innig vermischt und so lange geglüht, bis sich alles zersezt hat (langes Glühen schadet nichts; es kann im Glattbrennofen in den Fabriken mit eingestellt und dadurch an Brennmaterial erspart werden).

Die erhaltene Masse wird mit kochendem Wasser ausgelaugt, vollkommen ausgewaschen, um das kohlensaure Kali, welches sich gebildet, so wie das etwa noch unzersezte chromsaure Kali ganz zu entfernen, filtrirt und getroknet, schwach geglüht, um das hygroskopische Wasser zu vertreiben und man erhält auf diese Art stets 50 Proc. (ja ich erhielt einmal 52 Proc.) eines ganz schönen Oxyduls.

Porzellanmanufacturen, welche das Feuer nicht in Rechnung zu bringen haben, auch die Arbeit, welche unbedeutend ist, als Nebensache betrachten können, dürften sich auf diese Art das Pfund zu 20–25 Sgr. herstellen können; es ist sehr zart und läßt sich mit dem Pinsel leicht verarbeiten.

Daß bei den angegebenen Verhältnissen von uns stets ein doppelt-chromsaures (rothes) Kali angewendet worden, muß angenommen werden; da man jedoch hie und da mit schwefelsauren Salzen verfälschte Waare antrifft, so erfährt man am besten, um sich von der Reinheit zu überzeugen, wenn man

6 Loth doppelt-chromsaures Kali mit
9 Loth Weinsteinsäure

kocht, bis alles Aufbrausen aufgehört hat; man verdünnt mit Wasser, sezt salzsauren Baryt hinzu; entsteht eine Trübung mehr oder weniger, welche auf Zusaz von schwacher Salpetersäure nicht verschwindet, so sind schwefelsaure Salze vorhanden, wo man dann leicht aus dem erhaltenen schwefelsauren Baryt die Menge bestimmen kann.

Durch Zusaz von salpetersaurem Silber prüft man den Gehalt an Chlormetallen, welche einen in Salpetersäure unlöslichen, am Sonnenlicht sich schwärzenden Niederschlag geben. Diese Chromsalzprobe ist auch den Kattunfabrikanten und Färbern zu empfehlen; sie ist einfach und gewährt ein sicheres Resultat.

Schließlich sey es mir noch erlaubt, die Herren Porzellan- und Steingutfabrikanten darauf aufmerksam zu machen, daß sie, um dem Uebelstande abzuhelfen, daß die vorzüglich unter Glasur gemalten