Text-Bild-Ansicht Band 91

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Daß gewisse ausländische Butter besser sind und ihren Wohlgeschmak lange Zeit behalten, beruht mehr auf dem Umstande, daß sie frei von Casein sind, als irgend einem Geheimniß bei ihrer Bereitung.

XV. Technologie des Krapps; von Hrn. Girardin, Professor der Chemie in Rouen.

Aus dem Journal de Pharmacie, Nov. 1843, S. 356.

Im Handel werden die ganzen Wurzeln der Färberröthe schon längst mit dem besondern Namen Alizari, die gemahlenen mit dem Namen Krapp bezeichnet. Die Alizari findet in der Färberei sehr wenig Anwendung und nur die Avignon-Alizari kommt auf französischen Märkten vor; die cyprische Alizari ist jezt sehr selten; Elsasser ist niemals zu sehen.

Von dem Krapp unterscheidet man nach seinem Ursprung Holländer, Elsasser und Avignoner.

1) Holländer Krapp.

Der holländer Krapp, dessen Verbrauch in Frankreich früher bedeutend war, ist von den französischen Märkten, in Folge der von der Regierung zur Erhaltung und Ermunterung des Krappanbaues im Elsaß und in der Gegend von Avignon aufgelegten Zölle, beinahe ganz verschwunden. Dieser Krapp genoß eines verdienten Rufes und ohne Zweifel würde der Gebrauch desselben ganz allgemein werden, wenn die einem Verbot der Einfuhr gleichkommenden Zölle reducirt würden.

Er hat folgende ihn auszeichnende Eigenschaften:

Sein voller (d. h. deutlicher, jedoch nicht durchdringender) Geruch ist stark und widerlich.

Der Geschmak ist zukerig, mit Beimischung von Bitterkeit.

Die Farbe ist nach den Zeichen verschieden und zwar vom Braunrothen bis zum Orangerothen.11))

Gewöhnlich ist das Pulver strohig (en paille), d. h. so grob gerieben, daß das Gefüge (die Textur) der Wurzel erkannt werden

11)

Die rothbraune Nüance taugt nur für den Mullkrapp jeder Sorte.

Mull- oder kurzen Krapp (mulle oder billon) nennt man die geringste Qualität; es ist dieß ein Gemenge der kleinsten Würzelchen, der Wurzelfasern und der Epidermis der großen Wurzeln, von Erde und den Rükständen vom Sieben.