Text-Bild-Ansicht Band 91

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Ueberresten gedüngte Erdreich eignet sich ganz vorzüglich zum Anbau der Färberröthe und gibt beinahe immer rothe Wurzeln, während andere Bodenarten rosenrothe Wurzeln liefern.

Das Pulver der Sumpffärberröthe ist von einem dem Auge nicht sehr angenehmen dunkeln Roth, beim Färben liefert es aber ein nach Belieben abzuänderndes Blutroth. Eine geringere Menge desselben leistet so viel, wie eine größere Menge der rosenrothen Wurzel.

Der rosenrothe Krapp wird aus sogenannter rosenrother Alizari gemacht. Das Pulver ist von einem etwas ins Gelbe ziehenden Hellroth.

Halb palus, halb rosenrother Krapp gibt ein glänzendes Pulver, welches sich vortheilhaft verkauft und in der Färberei sehr gute Resultate liefert. Die Lebhaftigkeit des rosenrothen Krapps, mit der reichen Tiefe des Paluskrapps gemischt, liefert ein intensives und zugleich lebhaftes Roth.

Der avignoner Krapp kann so, wie er aus den Mühlsteinen hervorkommt, gebraucht werden, doch muß man zugeben, daß das ein Jahr lang im Faß aufbewahrte Pulver besser ist.

Er erhält sich gut und erleidet nur eine schwache oder gar keine Gährung in den Fässern; er bakt auch nicht in eine Masse zusammen; nach mehreren Jahren jedoch zersezt er sich ziemlich unter denselben Erscheinungen, wie die andern Sorten. Er wird auch in diesem Zustand noch verwendet. Daß dieser Krapp so wenig in Gährung geräth, rührt daher, daß er weit weniger schleimige, zukerartige und bittere Bestandtheile enthält als der holländer und elsasser Krapp; denn sicherlich ist diesen Bestandtheilen die in den lezten Krappsorten sich so kräftig entwikelnde saure Gährung zuzuschreiben.

Obwohl der Krapp fest in die Fässer eingestampft wird, so enthält er dennoch zwischen seinen Theilchen eine gewisse Menge Luft, welche zulezt auf die ganze Masse einwirkt und dieselbe gleichförmig färbt, indem sie den ursprünglich gelben Farbstoff oxydirt und in einen rothen verwandelt. Es läßt sich sonach durch diese Theorie des Hrn. Decaisne sehr wohl erklären, warum die Krapppulver in den Fässern bis zum dritten Jahr ihrer Lagerung sich in der Qualität verbessern.12))

Das Troknen der Wurzeln in Trokenkammern hat auf die Farbe des avignoner Krapps einen sehr großen Einfluß. Troknet

12)

Rccherches anatomiques et physiologiques de la Garance, von Decaisne 1. Bd. in 4. Brüssel, 1837.