Text-Bild-Ansicht Band 91

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man bei zu hoher Temperatur, so bekommt das Pulver ein mattes Ansehen, ohne jedoch an Güte zu verlieren.

Man kannte früher nur zwei Sorten avignoner Krapp, den gelben und den rothen. Ersterer ist verschwunden und seine Stelle hat der rosenrothe Krapp eingenommen.

Was die Zeichen anbelangt, so sind solche schwierig aufzustellen, besonders seitdem Charlatane anfingen, deren ganz besondere aufzubringen. Man kannte sonst nur folgende Bezeichnungen:

Mullkrapp

FF fein fein

SF superfein

SFF superfein fein.

Diese Marken wurden ohne weitere Bezeichnung auf die Fässer gemacht. Die Farbe allein entschied, von welcher Art der Wurzel das Pulver herrührte. Gegenwärtig ist der Krapp

entweder palus (Sumpfkrapp),

oder rosenrother

oder halb palus, halb rosenrother Krapp.

Den Paluskrapp anbelangend, so sezt man, da derselbe abgestuft werden kann, wenn man bezeichnen will, daß ein Krapp ganz palus ist, dem Zeichen ein P zu.

Folgendes sind die gegenwärtigen Zeichen:

Mullkrapp
In Sorten
ohne besondere Unterscheidungszeichen.
FF
SF
SFF
SFFF
EXTF
EXTSF
EXTSFF
Jedem dieser Zeichen sezt man bei den Buchstaben
P für Paluskrapp zu,
R für rosenrothen Krapp,
PP für reinen Palus,
RPP für reinen rothen Palus; ferner für halb Palus, halb rosenrothen Krapp, ohne Unterscheidung.

Nach diesen Bezeichnungen findet man nicht selten die lächerlichen Zeichen

EXTSFFRPP

was zu übersezen ist: extrasuperfeiner fein rother reiner Paluskrapp.

Es muß wahr seyn, daß solche Räthsel nur in einem Lande vorkommen können, wo die Betrügerei so reißende Fortschritte gemacht hat. Sehr oft ist es der Fall, daß das heutige Zeichen EXTSF nicht mehr werth ist als RFF von ehedem.

Der extrafeine wird besonders aus dem Herzen oder der Holzsubstanz der Wurzel bereitet. Diese Sorte gibt zwar weniger