Text-Bild-Ansicht Band 91

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Daß im Jahr 1841 ausgeführt wurden 1,896,416 Kilogr. Alizari, Werth 1,422,312 Fr. und 11,840,886 Kilogr. Krapp, Werth 11,840,886 Fr.

Die Einfuhr von Alizaris und Krapp aus dem Auslande ist sehr unbedeutend, wegen der darauf lastenden Zölle. Die Alizaris kommen vorzüglich aus der Levante über die Türkei, die Barbaresken-Staaten, Toscana, die beiden Sicilien und Deutschland; der Krapp kommt hauptsächlich aus Holland und Belgien nach Frankreich.

4) Neue Handelsproducte aus dem Krapp.

Seit dem Jahr 1836 kommen im Handel zwei neue aus dem Krapp bereitete Producte vor, welche denselben in der Färberei und Kattundrukerei ersezen. Das eine wird Garancin, das andere Colorin genannt.

A. Das Garancin stellt ein mehr oder weniger hellchocoladebraunes Pulver dar, welches weder besondern Geruch noch Geschmak besizt und selbst nach längerer Berührung den Speichel und kaltes Wasser durchaus nicht färbt.

Dieses Garancin ist nichts anders als die schwefelsaure Kohle der HHrn. Robiquet und Colin13), durch zwekmäßiges und wiederholtes Auswaschen jeder Spur Säure beraubt. Die HHrn. Lagier, Robiquet und Colin nahmen am 26. März 1828 ein Erfindungspatent für die Dauer von 10 Jahren auf die Fabrication und den Verkauf dieses neuen Products. Da die Bereitung des Garancins nach der Specification dieses Patentes bisher in keinem wissenschaftlichen Werke mitgetheilt wurde, verdient sie hier eine Stelle.

„Die zum Vortheil der Färbekunst eigentlich zu lösende Aufgabe, sagen die Patentträger, besteht darin, allen Farbstoff des Krapps nuzbringend zu machen und ihn von allen fremdartigen Körpern zu befreien, welche seinem Glanze nachtheilig werden und ihn in Verbindungen, verschieden von jenen welche er mit dem Beizen eingehen soll, zurükhalten können. Nun enthält der Krapp, wie ihn uns die Natur darbietet, den Farbstoff in verschiedenen Zuständen. So zerfällt er im Färbebad in zwei Antheile, deren einer im Wasser aufgelöst oder suspendirt ist, während der andere im holzigen Rükstand gebunden zurük bleibt. Behandelt man nun den erschöpften und gewöhnlich als werthlos betrachteten Rükstand nach dem unten anzugebenden Verfahren, so zieht man noch eine der ersten wenigstens gleiche Quantität Farbstoff aus demselben. Ueberdieß kann von demjenigen

13)

Man vergleiche darüber polyt. Journal Bd. XXVII. S. 200. A. d. R.