Text-Bild-Ansicht Band 91

Bild:
<< vorherige Seite

man die Fläche des Kolbens in Quadratcentimetern, multiplicirt diese Fläche mit dem mittleren bewegenden Druk, welcher durch das Experiment gefunden wurde und in Kilogrammen auf 1 Quadratcentimeter ausgedrükt ist (jeder Theilstrich des Instrumentes bezeichnet 1 Kilogramm), und mit der Anzahl von Metern, die der Kolben in einer Minute durchlief. Man theilt hierauf das erhaltene Product mit 4500; der Quotient ergibt dann die Kraft der Maschine in Dampfpferben (zu 75 Kilog. 1 Meter in der Secunde oder 4500 Kilog. 1 Meter in der Minute gehoben) an. Läßt man nun das Instrument an seinem Pkaz, während die Maschine leer lauft, d. h. läßt man die Maschine allein gehen, ohne daß sie etwas zu treiben hat, und schließt das Drosselventil so weit, daß der Kolben die nämliche Geschwindigkeit erhält, die er bei belasteter Maschine hat, so erhält man die Kraft, welche durch die Reibung der verschiedenen Maschinentheile und der allenfalls noch mit bewegten Transmissionen absorbirt wird. Ebenso kann man die Kraft messen, welche durch den einen oder den anderen Theil des getriebenen Mechanismus absorbirt wird.

Man kann an dem Instrumente auch sehen, ob das Vacuum in der Maschine gut hergestellt wird, ob das Spiel der Klappen oder des Schiebventils gut regulirt ist, ob die Zu- und Ableitungsröhren groß genug sind etc.

Die drei Diagramme, welche in Fig. 7 dargestellt sind, wurden von Hrn. Combes an einer Expansions- und Condensationsdampfmaschine abgenommen, mittelst deren das Seinewasser in das Reservoir der Stadt Saint-Germain gehoben wird. Diese Diagramme zeigen, welche Stellung der Kolben in dem Augenblik hat, wo nach abgesperrtem Dampfzufluß aus dem Kessel die Expansion anfängt. Man ersieht daraus, daß das Vacuum in dem Cylinder sich sehr langsam herstellt, obgleich es in dem Condensator sehr schnell hervorgebracht wird, woraus hervorzugehen scheint, daß die Zutrittsöffnungen, durch welche der Cylinder mit dem Condensator communicirt, an dieser Maschine weiter seyn sollten.

Das Instrument, welches sehr sorgfältig von Hrn. Martin in Paris (rue Saint-Denis No. 300) ausgeführt wurde, kommt auf 130 Fr. zu stehen.