Text-Bild-Ansicht Band 91

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und denen von Chubb besteht in der Art, wie diese Zuhaltungen wirken. Man weiß daß bei dem Originalschloß70) die Zuhaltungen durch den Schlüsselbart gehoben werden. Bei dem Schlosse von Doyen aber werden dieselben anstatt gehoben, durch die Bewegung des Schlüsselbartes niedergedrükt. Auch wird, während die eine Zuhaltung gehoben wird, die andere niedergedrükt, und sie entsprechen so ihrem Zwek, indem sie einmal den Riegel festhalten, das anderemal frei lassen. Hieraus folgt, daß auch der Schlüssel eine Veränderung erlitten hat, die ihm die Eigenschaft gibt, einzelne Zuhaltungen niederzudrüken, während andere nach dem ursprünglichen Systeme wirken. Die von Doyen gemachte Veränderung verleiht also den Sicherheitsschlössern von Chubb, welche ohnedieß schon sehr schwierig zu öffnen sind, noch mehr Sicherheit.

Da Chubb's Sicherheitsschloß allgemein bekannt ist, so können wir uns darauf beschränken, die von Hrn Doyen angebrachten Abänderungen anzugeben, indem wir eine einfache Beschreibung den Zeichnungen beifügen.

Fig. 35 zeigt ein anderthalb Tourschloß für eine Zimmerthür. Es ist offen dargestellt, damit man die einzelnen Theile, aus denen es zusammengesezt ist, sehen kann. Es ist im dritten Theile der natürlichen Größe gezeichnet.

Fig. 36 dasselbe Schloß von oben gesehen, nachdem ein Theil des Umschweifes nach der Linie A B, Fig. 35, abgenommen ist.

Fig 37 eine der beweglichen Zuhaltungen, allein gesehen, im Aufriß und verticalen Durchschnitt.

Fig. 38 massiver Schlüssel.

Dieselben Buchstaben bezeichnen in allen Ansichten denselben Gegenstand.

A Schloßblech. B gespaltener Riegel, welcher mit einem Schlize B′ versehen ist. Durch diesen Schliz geht ein Zapfen a, welcher auf das Schloßblech befestigt ist, und dem Riegel als Führung dient C Ansaz, welcher aus einem Stüke mit dem Riegel ist. D Nachtriegel, dessen Schaft mit einer Spiralfeder umgeben ist, welche ihn beständig nach außen drükt. E Knopf, mittelst dessen man den Nachtriegel ohne Hülfe des Schlüssels zurükziehen kann. F Winkelstük, welches um eine Schraube G, die in dem Riegel stekt, beweglich ist. Der längere Arm b dieses Winkelstükes geht durch ein vierekiges Loch in dem Nachtriegel, während der kurze Arm c durch den Schlüsselbart gehoben wird. Auf diese Art kann man, wenn das Schloß geöffnet ist, den Nachtriegel zurükziehen.

70)

Beschrieben im polyt. Journal Bd. XVIII. S. 328 und Bd. XXXIII. S. 356.