Text-Bild-Ansicht Band 91

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und vermöge der Beweglichkeit um den festen Punkt c wird der Haken in der entgegengesezten Richtung bewegt. Der Stift, der eben noch auf dem beweglichen Pallet h ruhte, wird auf das feste b geschoben, und da dieser Kreis, auf dem der Stift gleitet, aus dem Drehpunkte c gezogen ist, so bleiben die Zeiger vollkommen ruhig. Sobald der Stift das bewegliche Pallet h verlassen hat, hebt sich dieses vermöge der kleinen Feder i in die Höhe. Daß es sich nicht zu hoch hebe, wird ebenfalls durch einen Stift, oder sonst wie begränzt.

Wenn nun das Pendel zurükfällt, so folgt ihm der ganze Hakenapparat vermöge der seitlichen Belastung auf f ebenfalls nach; dadurch gelangt der Stift auf die schiefe Ebene des festen Pallets, und ertheilt diesem, indem er sie seitwärts drükt, einen Schlag, der sich durch die senkrechte Stange an das Pendel fortpflanzt, und diesem den nöthigen Ersaz an Kraft ertheilt. Sobald der Stift die schiefe Ebene verlassen hat, so drükt das Steigrad vermittelst des nächsten Stiftes das bereits wieder in den Stiftenkranz hineingefahrene bewegliche Pallet herunter auf das feste, und es wird dadurch das Werk in Ruhe gehalten. Der Hakenapparat würde aber unter dem Stifte noch weiter gleiten, wenn er nicht durch die stellbare Schraube g arretirt würde; diese sezt seiner Bewegung eine Gränze und das Pendel schwingt allein fort, bis es nach einem vollkommenen Hin- und Hergang wieder bei e anschlägt, dort auslöst und von neuem einen Schlag empfängt. Die jedesmal ertheilte Kraft muß hinreichend seyn, um den Luftwiderstand, die Beugung der Aufhängungsfeder und die Reibung der nächstfolgenden Auslösung zu bestreiten.

Bei der Ingangsezung ist noch zu bemerken, daß der Stift im Zustand der Ruhe auf der äußersten Spize des beweglichen Pallets h ruhe, welches ganz leicht durch die Schraube g regulirt wird, weil sonst ein größerer Theil der Kraft durch gleitende Reibung verzehrt würde, ehe die Auslösung und dadurch der sichere Fortgang der Uhr garantirt wäre.

Die Vorzüge dieses Echappements, die sich bei der praktischen Ausführung bestätigt haben, sind folgende:

1) die Construction ist höchst einfach und leicht auszuführen.

2) Der richtige Gang der Uhr ist ganz unabhängig von der Güte des Werkes, von der Schönheit der Triebe, der Richtigkeit der Theilung der Räder und ähnlichen Vorzügen guter und theurer Uhren. Die Auslösung kann nur am Ende zweier Schwingungen geschehen, und zwar entweder zur richtigen Zeit oder gar nicht. Denn wenn durch irgend ein hinzugetretenes Hinderniß der Bewegung des Pendels