Text-Bild-Ansicht Band 110

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die Kette wiederum geschlossen ist. Dieses Oeffnen und Schließen der Kette wird durch eine kleine metallene Kugel bewerkstelligt, welche vor ihrem Fall ein Glied der Kette bildet, während ihres Falls den Strom unterbrochen hält und durch ihr Auffallen denselben wiederum schließt. Es ist somit die Maschine während des Falls des Körpers in Bewegung und zeigt auf einem Zifferblatte an, wie viel 1/100 Secunden der Körper zu seinem Falle gebraucht hat. — Allein trotz vieler pünktlicher Versuche, welche angestellt wurden, konnten nur widersprechende Resultate erzielt werden, und von einer Nachweisung der Newton'schen Gesetze war keine Rede. Bei genauer Prüfung stellte sich nun der Hauptmangel des Instrumentes heraus. Die Bewegung desselben war nämlich anfangs eine beschleunigte und wurde erst nach Verlauf einer halben Secunde eine gleichförmige, woraus sich die völlige Unbrauchbarkeit desselben ergab.

Hr. Hipp, Uhrmacher und Mechaniker in Reutlingen, wußte auf eine äußerst sinnreiche Weise diesen Fehler dadurch zu beseitigen, daß er das Werk schon vor dem Falle des Körpers sich bewegen ließ, wobei er die Einrichtung traf, daß die Zeiger sich nur während des Falls drehten, somit ein Zeitabschnitt gleichsam ausgeschieden wurde. Außer dieser wesentlichen Verbesserung besitzt das Hipp'sche Chronoskop noch den Vorzug, daß es 1/500 Sec. angibt und mit solcher Eleganz und Genauigkeit gearbeitet ist, daß während des Laufs nicht die mindeste Abweichung von einer gleichförmigen Bewegung zu bemerken ist; was sich leicht an der Höhe des Tons erkennen läßt, den das eigenthümliche Echappement von sich gibt.

Mit diesem verbesserten Chronoskop habe ich Versuche gemacht, welche meine kühnsten Erwartungen von einer solchen Maschine weit übertrafen. — Es wird daher nicht uninteressant seyn, wenn ich hier die Resultate dieser Versuche in der Kürze mittheile. Ich wählte fünf verschiedene Fallhöhen, und stellte mit jeder dieser Höhen zehn Versuche an, welche zu meiner nicht geringen Verwunderung höchstens um 3/500 bis Sec. differirten. Hieraus ergab sich nun folgende Tabelle:

Fallhöhe in Millimetern 1500 1000 500 100 20
Zeit des Falls in 1/500 Sec. 278,7 230 160,2 69,7 29,5

aus welcher sich das Newton'sche Gesetz v : v′ = t2 : t2 unmittelbar ableiten ließ. Durch Rechnung ergab sich noch, wenn die Fallhöhe in