Text-Bild-Ansicht Band 107

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dieselben dann mit Operment und Schwefel vereinige oder auf gewöhnliche Weise schwefele.

Sechstens bereite ich eine poröse oder schwammige Composition zum Polstern von Sitzkissen, Matrazen, Sätteln, Kummeten, Buffers für Eisenbahnwagen etc. aus 48 Theilen Gutta-Percha oder Kautschuk (die man, wenn ein sehr weiches oder leichtes Product gewünscht wird, mit Terpenthinöl oder Steinöl befeuchtet), 6 Th. Schwefelcalcium oder Schwefelantimon, 10 Th. kohlensaurem Ammoniak oder kohlensaurem Kalk und 1 Th. Schwefel. Diese Materialien werden in einer Knetmaschine vermischt und dann auf 100 bis 108° R. erhitzt.

Siebentens besteht meine Erfindung in einer Methode aus geschwefelter Gutta-Percha oder geschwefeltem Kautschuk verfertigten Artikeln einen bleibenden Glanz zu ertheilen, so daß sie lackirten Waaren ähnlich werden. Solche Artikel werden dazu mit einer Auflösung von Harz in kochendem Oel angepinselt und dann 2–5 Stunden lang in eine auf 24 bis 30° R. erwärmte Kammer gebracht, worauf man sie nach dem Verfahren der Lackirer polirt.

Endlich besteht meine Erfindung in einer Maschinerie um die Gutta-Percha in Streifen oder Bänder zu schneiden und daraus Schnüre zu fabriciren. Fig. 19 ist ein Vorderaufriß dieser Maschinerie; C, C sind zwei cannelirte stählerne oder eiserne Walzen in einem geeigneten Gestell. Die Kerben jeder Walze sind halbkreisförmig, so daß, wenn die Kerben der einen Walze denjenigen der anderen gegenüber gebracht werden, sie zusammen eine Reihe kreisförmiger Löcher bilden. Die vorstehenden Abtheilungen zwischen den Kerben haben schneidende Ränder, so daß sie jedes Blatt von Gutta-Percha, welches ihnen dargeboten wird, leicht zertheilen. Die untere Walze ist an beiden Enden mit einer vorstehenden Scheibe versehen und die zwei Enden der oberen Walze passen an der Innenseite über diese Scheibe, so daß die schneidenden Ränder sich nicht verrücken oder beschädigt werden können. Um dünne Blätter von Gutta-Percha mit dieser Maschine in Streifen oder Bänder zu schneiden, läßt man das Material kalt hindurch und bringt nur die schneidenden Ränder in Wirksamkeit. Um runde Schnüre zu erzeugen, läßt man ein Blatt, in der Dicke gleich dem Durchmesser der Löcher der Maschine, bei einer Temperatur von etwa 75° R. durch dieselbe, indem man das Material aus einer (durch Dampf erhitzten) Speisekammer herleitet. Die aus der Maschine kommenden Schnüre werden in einem Faß mit kaltem Wasser aufgenommen, aus welchem man sie auf Häspel oder Trommeln aufwindet. Man kann übrigens auch die Gutta-Percha in plastischem Zustand in die Maschine leiten.