Text-Bild-Ansicht Band 107

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Will man halbrunde oder halbkreisförmige Stricke erzeugen, so ersetzt man die untere Walze durch eine glatte Walze, wie Fig. 20 zeigt. Fig. 21 zeigt eine Maschine mit zwei Walzen, um die Gutta-Percha in viereckige Stricke zu formen.

VIII. Neue Kaffeemaschine von A. Reiß in Wien.

Mit Abbildungen auf Tab. I.

Die in Nachfolgendem beschriebene neue Patent-Kaffeemaschine von A. Reiß in Wien zeichnet sich nicht bloß durch ein elegantes Aeußere aus, sondern liefert auch einen vorzüglichen Kaffeeabsud, und bietet demjenigen, welcher sich in seinem Zimmer den Morgentrank selbst bereitet, überdieß eine interessante physikalische Spielerei dar. Eine solche kann man das Bereiten des Kaffees in dieser neuen Maschine deßhalb nennen, weil im Verlauf derselben drei physikalische Experimente durchgeführt werden. Außerdem ist an der Weingeistlampe noch eine kleine mechanische Vorrichtung angebracht, welche selbstthätig die Flamme in dem geeigneten Augenblick, d.h. dann wenn der Wasserkessel sich entleert hat, auslöscht, so daß der leere Kessel nie erwärmt werden kann, also vor dem Schmelzen geschützt ist, auch wenn derselbe weich gelöthet seyn sollte.

Das Princip der neuen Kaffeemaschine ist folgendes: wird in einem hermetisch verschlossenen Gefäß Wasser erhitzt, so nehmen die sich bildenden Dämpfe eine größere Spannung an als dem Druck einer Atmosphäre entspricht, und können folglich das Wasser aus dem Gefäß austreiben, wenn eine Röhre durch den Deckel des Gefäßes und beinahe bis auf den Boden desselben geht. Das durch die Röhre ausströmende Wasser hat eine höhere Temperatur, als beim gewöhnlichen Kochen im offenen Gefäße. Dieses sehr heiße Wasser ergießt sich in ein Glas, welches neben dem Wasserkessel steht, und in das vorher die gemahlenen Kaffeebohnen geschüttet wurden. Die Röhre, welche das Wasser aus dem Kessel in das Glas führt, reicht auch in dem Glase beinahe bis an den Boden hinab, und ist an ihrem im Glase befindlichen Ende mit einem sehr feinen Seiher versehen. Hat sich der Kessel entleert, und befindet sich also das Wasser im danebenstehenden Glase, so erlischt die Flamme unter dem Kessel, und derselbe kühlt sich allmählich