Text-Bild-Ansicht Band 107

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1) Daß die schwarzen Stellen den Joddampf schneller und in größerer Menge absorbiren als die weißen; daß daher, wenn man ihm einen Kupferstich nur so lange aussetzt, daß die weißen Stellen sich nicht färben können, die jodirten schwarzen Stellen ihr Bild auf Kupfer und sogar auf einem Stärke-Ueberzug wieder erzeugen;

2) daß wenn ein Kupferstich lange genug dem Joddampf ausgesetzt war, damit die weißen Stellen sich jodiren konnten, das Jod, wenn man ihn dann lange genug der freien Luft aussetzt, die weißen Stellen wieder verläßt, während an den schwarzen Stellen soviel davon zurückbleibt, daß diese ihr Bild reproduciren können.

Alle diese Erscheinungen finden statt, wenn man die Körper bei einer und derselben Temperatur dem Dampf aussetzt, man mag sie an zerstreutes Licht oder ins Dunkle, an die Luft oder in den luftleeren Raum bringen.

Schlußfolgerung. Es existirt eine Anziehungskraft in der Materie der schwarzen Farben, welche die abstoßende Kraft des Joddampfs zu überwältigen vermag. Jene Kraft besitzt zwar auch die weiße Materie des Papiers, aber in einem schwächern Grade.

Sie ist mit der Kraft identisch, welche die Condensation der elastischen Flüssigkeiten auf der Oberfläche der Körper bewirkt.

Die Anziehungskraft, vermöge welcher die schwarzen Stellen den Joddampf fixiren, zeigt sich auch, wenn man einen Kupferstich vier Minuten lang in Jodwasser taucht; das Jod verläßt dann sein Auflösungsmittel, um sich mit der Materie der schwarzen Stellen zu verbinden, gerade so wie die Farbstoffe des Waus, Krapps etc. das Wasser verlassen, um sich mit den gebeizten Stellen eines Zeuges zu verbinden, während die nicht gebeizten frei bleiben. Die Anziehungskraft vermöge welcher die Farbstoffe sich mit dem gebeizten Zeuge verbinden, ist aber größer als diejenige welche das Jod disponirt, sich mit der schwarzen Materie des Kupferstichs zu verbinden, indem dieser, nachdem man ihn gewaschen hat, dasselbe an das feuchte Stärkmehl eines Papiers abtritt um das bekannte violettblaue Jodür zu bilden. Legt man endlich einen jodirten Kupferstich auf einen feuchten Stärkmehlüberzug, welcher einer Kupferplatte anhängt, so verläßt das Jod die schwarzen Stellen, geht durch das Stärkmehl hindurch, schlägt sich auf das Metall nieder, verbindet sich mit demselben und zeichnet das Bild darauf. Dasselbe Resultat erhält man auf noch elegantere Weise, wenn man ein auf Glas angebrachtes violettblaues Jodstärkebild befeuchtet und dann auf eine