Text-Bild-Ansicht Band 107

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wobei sie aber zahlreiche Schwierigkeiten zu überwinden hatten, welche hauptsächlich darin bestanden, daß man eine große Menge Eisen aufopfern mußte, um die Kupfersilicate zu reduciren. Auf dieselben Schwierigkeiten waren auch die Metallurgen gestoßen, welche Napier's Verfahren im Großen anzuwenden versuchten.

Um die Versuche zur Lösung dieses wichtigen Problems in hinreichendem Maaßstab anstellen zu können, ließen Rivot und Phillips zu Grenelle einen Flammofen bauen, welcher 250 Kilogr. geschmolzene Masse fassen konnte und worin sie 4000 Kilogr. Kupfererz aus Spanien, Deutschland und England behandelten.

Wir wollen nun die Hauptresultate angeben, welche sie erhielten.

Das Eisen wirkt auf mehrere Metallsilicate, wenn sie bei der Rothglühhitze im Fluß sind, gerade so, wie bei niedriger Temperatur auf die Auflösungen dieser Metalle.

Das Eisenoxydul, wenn es mit Kieselerde verbunden und der Einwirkung der oxydirenden Flamme in einem Reverberirofen ausgesetzt ist, geht noch schneller in Oxyd über, als wenn man seine wässerigen Auflösungen der Luft aussetzt.

Wenn man Eisen in ein dreifaches Silicat von Kupfer, Kalk und Eisenoxyduloxyd taucht, so wird nicht die geringste Menge Kupfer niedergeschlagen, so lange nicht alles Oxyduloxyd zu Oxydul reducirt ist: daraus muß man schließen, daß das Eisen, welches man in ein Bad von kieselsaurem Eisenoxyduloxyd bringt, sich darin zwecklos auflöst.

Rivot und Phillips kamen natürlich auf die Idee, die Wirkung des Eisens großentheils durch diejenige der Kohle zu ersetzen. Erst nachdem letztere einen beträchtlichen Theil des Kupfers zu Metall reducirt hat und die Masse gehörig im Fluß ist, lassen sie das Stabeisen auf das Silicat von Eisenoxydul, Kalk und Kupfer wirken, welches nur 2 bis 3 Proc. Kupfer enthält.

Der Eisenverbrauch, anstatt das Gewicht des ausgebrachten Kupfers zu übersteigen, was bei dem englischen Verfahren der Fall war, beträgt dann nicht über 15 Proc. vom Gewicht des Kupfers.

Die gewöhnlichen Kupfererze, welche wie diejenigen in Cornwallis aus Kupferkies mit Quarz und Schwefelkies als Gangart bestehen, unterliegen nach dem neuen Verfahren einer Behandlung aus drei Operationen bestehend:

1) Mahlen des Erzes zu einem feinen Sand. Der Zweck dieser Operation ist, das nachfolgende Rösten sehr leicht zu machen. Sie ist wenig kostspielig und wird mittelst verticaler Mahlsteine ausgeführt.