Text-Bild-Ansicht Band 107

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Die HHrn. Rivot und Phillips haben also zuerst eine rasche Behandlung der Kupfererze in einem Flammofen erzielt, indem sie als Reductionsmittel einerseits Kohle, sowohl vor als nach dem Schmelzen, und andererseits Eisen nach dem Schmelzen anwandten.

Beim Verhütten des vorher gerösteten Erzes in den gewöhnlichen Schmelzöfen sind die Kohle und ihre gasförmigen Verbrennungsproducte die einzigen Reductionsmittel. Man muß dabei aber die reducirende Wirkung und die Temperatur so viel als möglich mäßigen, damit nicht eine gewisse Menge Eisen reducirt wird; auch enthält das ausgebrachte Kupfer in der Regel 6 bis 12 Proc. Eisen, während das nach der neuen Methode gewonnene Kupfer kaum einige Tausendstel Eisen enthält.

XXXII. Ueber eine neue Methode um auf trockenem Wege krystallisirte Verbindungen darzustellen und über die Anwendung derselben zur Darstellung künstlicher Edelsteine und anderer Mineralspecien; von Ebelmen.

Aus den Comptes rendus, Novbr. 1847, Nr. 19.

Ich habe vor einiger Zeit die ersten Resultate mitgetheilt (polytechn. Journal Bd. CVI S. 38), welche mir diese Methode lieferte. Es handelte sich darum eine Substanz zu finden, welche bei hoher Temperatur dieselbe Rolle spielen kann, wie das Wasser hinsichtlich der in ihm aufgelösten Körper bei gewöhnlicher oder nicht hoher Temperatur. Bekanntlich erhält man beim Verdampfen dieses Wassers in den meisten Fällen krystallisirte Verbindungen. Nun gibt es Körper, welche sich bei sehr hohen Temperaturen verflüchtigen und dennoch bei einem gewissen Wärmegrad für die meisten Metalloxyde kräftige Auflösungsmittel sind. Unter diese gehören die Boraxsäure, der Borax, die Phosphorsäure und die phosphorsauren Alkalien. Es war zu vermuthen, daß sich mittelst eines solchen Körpers auf trockenem Wege krystallisirte Verbindungen erhalten lassen, wenn man ein Gemenge desselben mit gewissen Oxyden einer hohen Temperatur in einem Gasstrom aussetzt. Meine Versuche haben dieses auch vollkommen bestätigt.

Zuerst wandte ich diese Methode zur Darstellung der im Mineralreich vorkommenden krystallisirten Aluminate an. Wenn man Thonerde