Text-Bild-Ansicht Band 107

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wird sie aber einer weiteren Ausbildung fähig seyn, da man seine bisherigen Versuche als den ersten Anfang eines ganz neuen Verfahrens ansehen muß. Durch Bildung einer Aktiengesellschaft (Fauvelle und Comp.) werden ihm zu einer Vervollkommnung desselben die Mittel geboten, und durch die überall erlangten Patente wird er vor der Nachahmung seiner Erfindung geschützt seyn. Doch werden die Staaten, welche ihm die Patente ertheilt haben, sich diese wichtige und gemeinnützige Entdeckung nur mit großen Summen erkaufen können. Stuttgart, im Decbr. 1847. Dr. Otto E. J. Seyffer. (Augsb. Allg. Ztg.)

Ueber Schneider's Schwefelsäure-Fabrication ohne Bleikammern.

Hr. Schneider hat seine im polytechn. Journal Bd. CVI S. 395 besprochene Erfindung, Schwefelsäure ohne Bleikammern zu fabriciren und sie bis auf 66° B. ohne Platinblase zu concentriren, der franz. Akademie der Wissenschaften mitgetheilt. Auch hat er Alles vorbereitet, um vor einer Commission – den HHrn. Dumas, Pelouze und Payen – entscheidende Versuche anzustellen. Zur directen Verwandlung der schwefligen Säure in Schwefelsäure benutzt er als porösen Körper den Bimsstein. (Comptes rendus, Dec. 1847, Nr. 25.)

Vergiftung durch Zinkoxyddämpfe.

Hr. Reboulleau berichtet, daß in einer im J. 1840 neu errichteten Messinggießerei, deren Kamin die Zinkoxyddämpfe nicht hinreichend abzuführen vermochte, alle mit dem Gießen beschäftigten Personen durch Einathmung derselben mehr oder weniger von einem Unwohlsein befallen wurden, dessen Anfälle ihrer Aufeinanderfolge und den Symptomen nach dem intermittirenden Fieber glichen. Diese Anfälle fanden größtentheils bei Nacht statt und waren am andern Tag vorüber und die meisten Arbeiter waren nach einigen Anfällen für die Zukunft ganz davon befreit. Gewiß ist es jedoch nicht, ob diese Zufälle nicht auch dem von dem Zinkoxyd mitgerissenen Kupferoxyd, oder auch einem Arsenikgehalt des Zinks zuzuschreiben sind. (Comptes rendus, Sept. 1847, Nr. 13.)

Ueber die empfindliche Schicht der Daguerre'schen Platten.

Wenn man eine Silberplatte den Joddämpfen aussetzt, nimmt sie zuerst eine gelbe Farbe an und wird hierauf nacheinander rosenroth, roth, violett, grünlichblau; alle diese Farben kann man die einfache Schicht nennen: sie besitzen fast alle denselben Grad von Empfindlichkeit.

Setzt man das Jodiren fort, so bildet sich eine zweite Reihe von Schichten, welche den ersteren ähnlich ist; die Platte wird wieder gelb und dann nacheinander rosenroth, roth, violett, grünlichblau. Diese zweite Schicht ist fünfundzwanzigmal empfindlicher als die erste.

Wenn man das Jodiren noch weiter fortsetzt, so erhält man eine dritte Reihe derselben Schichten, sie ist aber etwas weniger empfindlich als die zweite und die Oberfläche des Silberblechs beginnt angegriffen zu erscheinen. Nach dem Waschen in unterschwefligsaurem Natron zeigt sie sich milchicht, was der Reinheit des Bildes schadet. Claudet. (Comptes rendus, Dec. 1847, Nr. 25.)