Text-Bild-Ansicht Band 107

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zu verrücken um den Feuerherd zu entblößen; denn wenn die Glasur einmal angefangen hat zu schmelzen, kann sich die Prozellanmasse nicht mehr mit Rauch imprägniren.

Die allgemeine Einführung des neuen Brennverfahrens muß nothwendig die Verlegung der Porzellanfabriken in die Nähe der Steinkohlengruben zur Folge haben; da man wenigstens 7–8 Theile Steinkohlen braucht um 1 Theil Porzellan zu brennen, so ist es natürlich viel ökonomischer die ganz zubereitete Porzellanmasse an die Steinkohlengruben zu schaffen, als die Steinkohlen an die Kaolinbrüche zu führen. Die Porzellanfabriken werden sich also um die Steinkohlenbergwerke gruppiren, wie so viele andere Industriezweige, bei welchen sich die Bedingungen ihrer Existenz gänzlich veränderten, sobald sie das Holz durch das mineralische Brennmaterial ersetzen konnten. Natürlich wird der jetzt schon mäßige Preis des Porzellans durch eine solche Umwälzung in seiner Fabrication sich noch bedeutend vermindern.

Die Société d'Encouragement hat Hrn. Vital Roux wegen der großen Wichtigkeit seiner Erfindung die goldene Medaille zuerkannt.

XLVII. Ueber den künstlichen Hyalith und Hydrophan, von Ebelmen.

Aus den Comptes rendus, Dec. 1847, Nr. 23.

Vor etwa zwei Jahren legte ich der franz. Akademie der Wissensch. verschiedene Producte vor, welche ich erhielt, indem ich Kieseläther feuchter Luft aussetzte35); dieselben waren theils farblos und durchsichtig wie der reinste Bergkrystall, theils waren sie durchscheinend wie Opal, wurden aber im Wasser durchsichtig wie der im Mineralreich vorkommende Hydrophan.

Die Proben, welche ich jetzt der Akademie vorlege, haben größere Dimensionen als die früheren. Hemisphärische Linsen, die ich in Glasballons erhielt, blieben ganz, ungeachtet ihrer starken Zusammenziehung; man muß aber die Reaction sehr langsam vor sich gehen lassen, wenn man Klüfte vermeiden will. Eine dieser Linsen, welche einen Durchmesser

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Polytechn. Journal Bd. XCVIII S. 432.