Text-Bild-Ansicht Band 107

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ein Thürchen angebracht, etwa einen Fuß unter dem Plafond der Küche, das in den Rauchfang mündet, damit der Dunst und etwaiger Rauch in den Schornstein seinen Abzug hat; bei strenger Kälte wird das Thürchen zugemacht, wird es zu warm, aber wieder auf, damit die Wärme mit dem Dunst Abzug hat. Ein sturzblecherner Rauchfang kommt darüber, welcher wenigstens 1–1 1/2 Fuß über den Kochherd reicht; unten wird das Blech auf eine eiserne Schiene genietet, welches ihm Festigkeit gibt. Da man derartige Schirme meistens nur auf zwei Seiten an die Wand befestigen kann, so wird der Schirm ein- bis zweimal an den Plafond angehängt.

3) An den Sommerfenstern sind die obern zwei Flügel ohne Schlosserbeschläge; sie sind fest eingefügt und die Fugen mit Kitt zugestrichen, weil durch das Oeffnen der oberen Flügel die meiste Wärme hinauszieht. Die Winterfenster an den ältern Häusern werden außen vorgesetzt, wie bei uns auch, jedoch wird unten der Raum zwischen den beiden Fenstern mit Sand ausgefüllt, und die Fugen rings herum mit Papier verklebt, damit keine Luft eindringen kann.

An neuern Häusern wird vor das Winterfenster, auf der innern Seite des Sommerfensters, in 3 Zoll Entfernung von dem letzteren, ein Falz angebracht, in welchen das Winterfenster eingesetzt wird; die Fugen werden verkittet oder mit Papier verklebt und der Zwischenraum unten ebenfalls mit Sand ausgefüllt. Wenn solche Winterfenster vorgesetzt werden, muß dort das Zimmer kalt seyn, damit keine warme Luft zwischen beide Fenster kommt, weil sich sonst später Reif an dem äußern Fenster ansetzen würde, so daß man dasselbe wieder herausnehmen oder sich gefallen lassen müßte, ungefähr 6 Monate lang nicht hinaussehen zu können. In unserer Gegend wird eine solche Vorsicht weniger nöthig seyn. In jedem Zimmer ist ein Fenster mit einem Flügel, den man aufmachen kann um zu lüften; damit aber wieder keine warme Luft zwischen die beiden Fenster gelangen kann, so ist zwischen denselben vom Schreiner rings um diese Oeffnung eine Verschalung angebracht. Auch diese Verschalung würde in unsern Gegenden überflüssig seyn.

4) Die Thüren verwahrt man auf folgende Art: von gewöhnlichen kurzen Kuh- oder Pferdehaaren wird eine Art daumendicker Filz gewalkt; dieser wird auf die Thür genagelt, dann kommt schwarze oder farbige Wachsleinwand darüber, und es werden übers Kreuz, je nach der Farbe der Wachsleinwand, Bänder von etwa 1/2 Quadratfuß aufgenagelt. An den drei freien Seiten der Thüre läßt man den Filz mit der Wachsleinwand 2 Zoll vorstehen, um die Fugen zu decken. Auf der äußeren Seite wird der Filz an die Thürbekleidung angenagelt, und man läßt denselben eben so weit über die Thüre vorstehen, um auch von der Rückseite die Fugen zu decken. H. Schröder. (Mannheimer Gewerbvereins-Blatt, 1847 Nr. 24.)

Solomons' patentirte Holzkohlen-Ziegel.

Azulay und Solomons verwandeln den Abfall in Folge des Zerbrechens der Holzkohlen in Pulver und comprimiren dasselbe mittelst einer hydraulischen Presse in Formen bis auf 1/5 oder 1/8 seines anfänglichen Volums. Man erhält harte und dichte Ziegel, welche sich wegen ihrer großen Heizkraft besonders für Dampfboote und Locomotiven eignen.

Um Ziegel zum Feueranzünden darzustellen, vermischen sie gepulverte Holzkohlen und Kohks mit Theer, Pech, Harz, Talg etc. und comprimiren das Gemenge in Formen; der aus der Form genommene Block wird in Theer, Pech, Harz oder eine sonstige brennbare Substanz getaucht und kann dann mit Sägemehl, bestreut und in Packpapier eingewickelt werden. (London Journal of arts, Jan. 1848, S. 431.)