Text-Bild-Ansicht Band 98

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Papier oder einem andern geeigneten Stoff überzogen, kann er von Puzhändlern oder Verfertigern künstlicher Blumen gebraucht werden.

XXX. Ueber die Lagerung der Drähte bei der elektrischen Telegraphie.

Die Leitung jener Drähte durch die Luft über hölzerne oder steinerne Ständer ist allerdings die einfachste und wohlfeilste; Hr. Jacobi meint jedoch davon, sie sey weder ein wissenschaftlicher noch technischer Fortschritt.15) Und wo wäre sie auch bei großer Ausdehnung anwendbar? nur da, wo die Aufsicht bereits vorhanden, bei Eisenbahnen. Dennoch wird auch da die Erfahrung der Zeit das Endurtheil zu fällen haben. Es dürfte demnach über weiteres noch nachzudenken vorerst nicht überflüssig seyn; und dieß kann nur — im Gegensaz zu voriger überirdischer — die unterirdische Leitung betreffen, also lediglich Röhren.

Wheatstone's gußeiserne und Jacobi's gläserne Röhren sind Gedanken, welche keine Anwendung gestatten, und gebohrte marmorne werden zu theuer ausfallen; es bleiben also nur noch übrig Röhren aus Thon und Holz.

1) Gebrannte thönerne, etwa 3zöllige Röhren mit zwei Durchgängen, oder 2½″ mit einem Durchgang (diese mit eisenfreier Glasur und eingeseztem Stege), mit dergleichen Prüfungsbehältern auf abgemessenen und bezeichneten Distanzpunkten, alles an den Verbindungsstellen wasserdicht verkittet, die Dekel der Prüfungsbehälter aber so, daß sie die Abnahme ohne Beschädigung gestatten, deuten sich als die zuverlässigsten an, und zugleich auch als die annehmbarsten; denn neben der etwaigen Kostspieligkeit geht die verwohlfeilernde Dauer her und verspricht die beste Wirkung. Doch mögen sie freilich für Rußland theurer ausfallen als für Deutschland und seine Westnachbarn.

2) Ob dergleichen vierseitige Canäle aus Holz, welches nach der Methode von Schulz16) zubereitet worden, etwa wohlfeiler und doch genügend zuverlässig seyen? darüber ist nur der Versuch im Stande den Entscheid zu gewähren.

15)

Bull. de la classe physico-mathematique de l'Acad. Imp. de St. Petersbourg T. IV, Nr. 8.

16)

J. A. Schulz, Civilingenieur in Dresden: Reues, wohlfeiles und bewährtes Verfahren das Holz zu conserviren, dasselbe auch gegen Fäulniß, Schwamm und Wurmstich zu schüzen etc.“ Weimar 1844.