Text-Bild-Ansicht Band 98

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kalkhaltigem Wasser gespeist wird, eine beträchtliche Menge fester Stoffe und zwar weit in die Röhren mit sich reißt, wird sich darüber nicht wundern.

Hr. Cody führt dann einen andern bedeutenden Uebelstand an, welchen nach seiner Ansicht die Apparate mit luftverdünntem Raum zum Abdampfen des Runkelrübensaftes darbieten. Damit dieselben dem Gewicht (Druk) der Atmosphäre widerstehen können, gibt man ihnen eine kugelförmige Gestalt, wobei eine große Quantität Flüssigkeit erforderlich ist, um das Schlangenrohr zu bedeken, welches sich nur 10 bis 11 Centimeter (3″ 8′″ bis 4″) unter der Oberfläche der siedenden Flüssigkeit befindet. Sobald die Verdampfung einige Zeit gedauert hat, ist der obere Theil des Schlangenrohrs bloß gelegt und der Zuker, welcher darauf bleibt oder es während des Siedens überzieht, verbrennt darauf, d. h. verwandelt sich zum Theil in Melasse. Endlich muß man für eine vollständige Kochung von Klärsel — und dieß betrachtet Hr. Cody als den größten Fehler dieser Apparate — sie sechs-, sieben- bis achtmal beschiken, je nach der Dichtigkeit des Runkelrübensaftes. Die Flüssigkeit von den ersten Beschikungen ist daher zu lange der Wirkung des Dampfs ausgesezt, so daß der darin enthaltene Zuker verbrennt und das Vermögen zu krystallisiren verliert.

Wenn man die Temperatur nicht mit großer Sorgfalt regulirt, kann überdieß der Zuker in Masse im Apparat krystallisiren. Dann muß man die Arbeit zwei bis drei Tage unterbrechen, weil man den Helm abnehmen, die Erkaltung abwarten, mit einem Instrument die Zukermasse zerschlagen und kochendes Wasser darin circuliren lassen muß: bei diesen Operationen wird aber der doppelte Boden und das Schlangenrohr leicht beschädigt.

Die Apparate mit luftverdünntem Raum erheischen überdieß eine beträchtliche Menge Wasser zum Verdichten der Dämpfe. Bei dem Roth'schen Apparat braucht man zum Kochen eines Zukerbrods 60 Liter Wasser; da nun jede Kochung aus 24 Broden besteht und die Anzahl der Kochungen täglich 25 beträgt, so sind für diese Reihe von Operationen 360 Hektoliter Wasser erforderlich. Mehrere Fabriken konnten auch den Roth'schen Apparat nicht anschaffen, weil sie nicht über eine so große Wassermasse verfügen können.

Ein Apparat mit luftverdünntem Raum kostet durchschnittlich 35,000 Francs; er erfordert einen geschikten Siedemeister und kann nur durch besondere Leute und mit großen Kosten aufgestellt werden, was seinen Preis auf 40,000 Fr. steigert.

Nach Hrn. Cody ist sein Abdampfapparat mit freiem Luftzutritt bei weitem vorzuziehen. Der Rübensaft lauft darin über eine schwach