Text-Bild-Ansicht Band 98

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Bei stetem Aufrühren, wodurch sich die Hefe gleichmäßig vertheilte, wurde ein Faß zu 8 Eimern = 512 Maaß gefüllt, und der gewöhnlichen Gährung überlassen; weitere 8 Eimer wurden in einer Kufe der offenen Gährung ausgesezt.

Da die Gährkufen der Bierbrauer nicht flach sind, die Vorschrift Liebig's aber flache Kufen erheischt, so wurde hiezu eine benüzt, die 5′ breit und 2′ hoch war.

Die Temperatur des Kellers, worin die Gährung vor sich ging, ist sehr constant; er liegt sehr tief, und ist sehr reinluftig und troken, das Thermometer zeigte 8° R., welche Temperatur auch die Beeren angenommen hatten.

Die Gährung beider Möste begann gleichzeitig den 21. November; jene in der Kufe bildete eine leichte Schaumdeke, welche den 22. theilweise, den 23. aber gänzlich verschwand; die Entbindung des kohlensauren Gases erfolgte in dem Aufsteigen und Zerplazen einer unzähligen Menge Luftbläschen.

Die Temperatur des Mostes erhöhte sich allmählich und erreichte am fünften Tag 12° R., blieb am sechsten so stehen, und sank dann allmählich wieder zurük, so daß der Most am zwölften Tage die Temperatur des Kellers wieder angenommen hatte.

Am dritten December war die stürmische Gährung in der Kufe vorüber, der Most war aber noch sehr trübe, hatte ein bläuliches Aussehen, und es fand noch eine merkliche Gasentbindung statt, die sich fortwährend durch das Zerplazen einer Menge Bläschen kund gab.

Diese Erscheinung verminderte sich bis zum fünften; nun wurde der Wein auf ein Faß gefüllt, und der Nachgährung überlassen, wobei aber der Spund nur leicht aufgesezt werden konnte, weil immer noch Gasentbindung stattfand, die man durch ein leises Prikeln des Weins wahrnehmen konnte.

Beim Abfüllen fand man daß sich die Hefe noch nicht vollständig auf den Boden der Kufe niedergeschlagen hatte; sie war noch sehr mit der unteren Schicht des Mostes vermengt.

Die Gährung im Faß währte bis zum 10. December, wo sich aber noch Luftblasen im Sperrwasser zeigten; am 21. waren auch diese verschwunden, das Gährrohr wurde abgenommen, und das Faß mit einem Klappspund der Nachgährung überlassen.

Die Auffüllung beider Möste geschah regelmäßig monatlich, und wurde der Abstich den 17. März vorgenommen; beide Sorten waren nach dem Ablasse klar geworden, und erhielten vor der Traubenblüthe, 28. Mai, den zweiten Abstich.

Inzwischen hatte die chemischen Untersuchungen der Erdart des Weinbergs, aus welcher die Möste gewonnen, der halbreifen und