Text-Bild-Ansicht Band 98

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Dieß ist die pflichtmäßige und gewissenhafte Beurtheilung der vom Hrn. Hofkellermeister Oppmann aus Würzburg enthaltenen Weinproben.

Biebrich, den 17. Jun. 1845.

Der herzogliche nassauische Oberkellermeister und Hofkammerrath Köpp.

2) Gutachten des Hrn. Craz, Stadtdirector und Inspector der Domänengüter in Rüdesheim und Aßmannshausen.

Probe 2 ist schon im Geruch und noch mehr im Geschmak so auffallend besser, hat gegen die erste so viel Zukerstoff, daß dieselbe mit lezterer offenbar in keinen Vergleich zu sezen ist.

Um die Geringhaltigkeit der Probe Nr. 1 gegen Nr. 2 genau wahrzunehmen, darf man nur erstere gegen leztere probiren.

Die Frage 3 ist durch mein Urtheil erledigt.

Craz.

Vorstehendes Gutachten bestätigt der Unterzeichnete nach seinem ganzen Umfang und bemerkt, daß er niemals einen Wein auf diese Weise vergähren lassen wird.

J. A. Sahl
in Rüdesheim.

3) Gutachten der Vereinsvorstände und Büttnermeister

M. Eger und J. Vay
in Würzburg.

ad Frage I.

Dieser Wein hat keine Eigenschaft, die ihn als alten Wein charakterisirt, wohl aber ist er sehr dünn und von mattem Geschmak, weßwegen sich derselbe nicht für das Lager eignet. Vorherrschende Säure ist ebenfalls bemerkbar.

ad Frage II.

Diese Probe ist bedeutend besser; Zukerstoff, Aroma und Blume räumen diesem Wein unbedingt den Vorrang ein.

ad Frage III.

Hat in keiner Beziehung empfehlenden Geruch oder Geschmak.

Die Unterz.

M. Eger und I. Vay,
Vereinsvorstände und Büttnermeister in Würzburg.

4) Hrn. Steinmetz in Forst wurden die Proben ohne alle Angabe unter Nr. 1 und 2 vorgestellt.

Derselbe äußerte:

Probe 2 ist bedeutend besser als Probe Nr. 1, sie hat mehr Zukerstoff und Gehalt; Probe Nr. 1 ist ein harter magerer Wein.

Beide Proben sind junge Weine von einem Jahrgang.

J. St. Steinmetz
in Forst.

Dem Urtheil dieser Sachverständigen füge ich auch mein eigenes bei:

Der offen gegohrene Wein ist im Gegenhalt zu jenen Weinen,