Text-Bild-Ansicht Band 98

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vor und legt dann längs dieser Linie ein Lineal, am besten ein eisernes an, längs welchem mit dem oben erwähnten meißelartigen Instrument so lange hin- und hergefahren wird, bis sich die Vertiefung gehörig eingeschnitten hat. Um die sehr dünnen, langen und schmalen Streifen, womit die Arbeit nach Art eines Rahmens eingefaßt ist, so einzulegen, daß deren Ränder unter sich parallel sind, muß man zu einem besondern Verfahren seine Zuflucht nehmen. Der Streichmodel mit schneidender Spize ist das Instrument, dessen man sich hiezu bedient und man läßt dasselbe auf folgende Weise längs dem Rande eines dünnen Fourniers von Elfenbein oder Ebenholz gleiten. In ein starkes Brett, dessen Rand gut abgerichtet ist, höhlt man einen Falz, dessen horizontale Oberfläche eben und wenigstens 2 Zoll breit ist. Die verticale Oberfläche muß überall gut waagerecht seyn; sie ist etwas erhaben und es ist von Wichtigkeit, daß dieser vorspringende Theil an allen Stellen eine und dieselbe Stärke hat. In diesen ausgehöhlten Falz wird das Fournier eingelegt, von dem man die Streifen ablösen will, wobei der vorher gut abgerichtete Rand gegen die verticale Wand des Falzes gestüzt wird. Den Streichmodel läßt man auf dem vorspringenden Theil hingleiten, wobei der Schaft auf die obere Fläche dieses Vorsprungs und der Kopf gegen die äußere Fläche gedrükt wird. Der vorspringende Theil des Falzes bildet auf diese Weise ein festes Lineal, das sich zwischen dem Fournier und dem Kopf des Streichmodels befindet und zur Führung dieses Werkzeugs dient.

Um kreisrunde Vertiefungen behufs des Adereinlegens zu machen, kann man entweder die Zirkelsäge oder den Schneidezirkel anwenden. Sollen jedoch die Linien zu einer Vertiefung an fluchtrechten Stühlen angerissen werden, so schneidet man sich in ein Stükchen hartes Holz eine der Stärke des Stuhlfußes angemessene Vertiefung ein. Diese Vertiefung wird durch in dieselbe geschlagene Stifte in so viele Theile getheilt, als Adern an den Stuhlfuß kommen sollen. Die Stifte selbst werden nach der Stärke der Adern scharf gefeilt und man schneidet die Vertiefungen dadurch ein, daß mit den Spizen längs dem Stuhlfuß herauf- und heruntergefahren wird. In die auf diese oder jene Weise eingeschnittenen Vertiefungen wird der Leim mittelst eines hölzernen Spatels eingestrichen; der Leim muß schwach seyn, um in den Vertiefungen hin- und hergeführt werden zu können. Beim Einlegen der Adern sezt man sie erst mit dem einen Ende an dem einen Ende der Vertiefung auf und schlägt jene nach und nach mit leichten Hammerschlägen in die Vertiefungen ein. Nach erfolgtem Einlegen in die Vertiefung kann die Aber noch mit einem Hammer in die Vertiefung eingetrieben werden. Der bei dieser Operation