Text-Bild-Ansicht Band 98

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herausquellende Leim muß sogleich, während er noch flüssig ist, entfernt werden, weil er später beim Abpuzen mit der Ziehklinge hinderlich seyn würde.

Eingelegte Arbeiten wie Laubwerk, Arabesken u. s. w. müssen mit der Laubsäge in die Fourniere geschnitten seyn, ehe diese auf das Blindholz aufgeleimt werden. Es kömmt jedoch auch vor, daß mit der Laubsäge ausgeschnittene Gegenstände in die Fourniere eingelegt werden, wenn die Fourniere bereits schon auf das Blindholz aufgeleimt sind. Dieses kann auf zweierlei Art ausgeführt werden. Man legt die schon fertig ausgeschnittenen Stüke an der Stelle, wo sie auf das Fournier kommen sollen, auf dieses und reißt sich die Contouren mit dem Spizbohrer vor. Nach diesem Riß wird nun das Fournier mit Hohleisen oder andern dazu passenden Instrumenten ausgeschnitten und zwar so, daß das einzusezende Stük genau in die Einschnitte paßt und auf das Blindholz aufgeleimt werden kann.

Bei der Anwendung des andern Verfahrens zeichnet man sich vorerst die Form des einzusezenden Stüks auf der fournirten Fläche vor und sticht oder schneidet dann diese ebenfalls nach der Zeichnung bis auf das Blindholz aus. Die Contouren der ausgeschnittenen Zeichnung werden mit Kreide bestrichen und man legt das einzusezende Stük auf die mit Kreide bestrichenen Stellen so auf, wie es zu liegen kommen soll. Durch einen Schlag mit dem Hammer drükt sich die Zeichnung auf der Rükseite des Stüks ab, das dann nach dieser mit der Laubsäge ausgeschnitten wird.

Beim Einlegen farbiger Dessins wird wie folgt verfahren. Will man z. B. anstatt auf einen Grund von Palixanderholz weißliche oder gelbliche Incrustationen zu bringen, die einen hellbraunen Schatten haben, auf einen hellen Grund Blumen bringen, die so viel als möglich ihre natürliche Farbe haben, so muß man ein Holz von sehr zarter Farbe wählen, die Blumenblätter ausschneiden und sie färben, wobei die hellen Theile zu erhalten und angenehm mit den gefärbten Theilen zu verschmelzen sind; zu diesem Zwek zeichnet man auf die Blumenblätter die Contour, welche diese Theile erzeugen sollen und bedekt das, was hell bleiben soll, mit Wachs.

Das so behandelte Blumenblatt wird in ein passendes Farbebad getaucht, in das man es häufig viermal zurükbringt. Sobald das Blumenblatt vollkommen troken geworden ist, entfernt man das Wachs und vollendet mit dem Pinsel die Verschmelzung der Farben. Bisweilen gibt man auch das erste Farbebad dem ganzen Blumenblatt, bevor es mit Wachs überzogen wird und unterläßt jenes mit dem Pinsel zu bearbeiten; eins und das andere hängen jedoch von dem