Text-Bild-Ansicht Band 98

Bild:
<< vorherige Seite

Model ab. Das Einlegen geschieht eben so, als wie es von mir weiter oben angegeben worden ist.

Hat man eine Zeichnung gewählt, wo die in einem Fournier vorkommenden leeren Stellen durch Theile von derselben Form ausgefüllt werden müssen, welche aus einem andern Fournier geschnitten sind und wo die leeren Stellen des zweiten Fourniers durch Stüke von gleicher Form auszufüllen sind, die aus dem ersten Fournier genommen wurden, so gibt es zur Ausführung dieser Operation ein Verfahren, wodurch das Zerschneiden viel schneller geht, Material erspart und eine weit größere Genauigkeit erzielt wird. Bei Anwendung dieses Verfahrens muß man die beiden Fourniere auf einander legen, die Patrone auf das oberste Fournier leimen und beide Fourniere gleichzeitig mit einem guten Meißel zerschneiden. In diesem Fall wird das Stük, welches aus dem einen Fournier herausgeschnitten worden ist, genau in die ausgeschnittene Stelle des andern passen.

Will man die verschiedenen Stüke, aus denen der Mosaik besteht, auf die Arbeit bringen, so sezt man die einzelnen Stüke zusammen und leimt sie auf ein starkes und sehr glattes Papier auf; bei diesem Aufleimen dreht man die Oberfläche der Stüke, welche sichtbar seyn soll, nach der Seite des Papiers zu. Ist auf diese Weise die Zeichnung zusammengesezt, so läßt man die aufgeleimten Stüke troknen und fournirt dann auf gewöhnliche Weise mit dem Hammer, dessen Bahn man leicht über das Papier hingleiten läßt; auch kann man die Arbeit in der Presse mit mäßig erwärmten Zulagen fourniren. Es ist sehr schwierig alle einzelnen Stüke, aus denen der Mosaik besteht, so anzufertigen, daß sie sämmtlich von gleicher Stärke sind, und da in diesem Fall der Vorsprung der einen hindern würde, daß die Zulage auf die weniger starken Stellen der andern drükte, so muß man zwischen die Zulage und die Arbeit leinene mehrfach zusammengeschlagene Tücher legen. Wenn die fournirte Arbeit gut troken geworden ist, so entfernt man den Leim und das Papier und richtet die Arbeit gut ab. Wenn das eingelegte Dessin aus einer großen Anzahl von einzelnen Stüken zusammengesezt ist und diese leztern viele Winkel haben, die sich erheben können, so ist es durchaus nothwendig, einen sehr starken Leim anzuwenden. Gewöhnlich wendet man Hausenblasenleim an, jedoch verdient folgende Composition den Vorzug, weil sie mehr Zähigkeit besizt. Um sich diese Composition zu bereiten, werden vorerst kleine Stükchen Von Hausenblase 24 Stunden lang in gutem, lauwarmem Branntwein eingeweicht, worauf man noch Spiritus zusezt, in welchen man auf eine Unze Weingeist 1 Quentchen Ammoniakharz und eben so viel