Text-Bild-Ansicht Band 98

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wenn die Operation gut geleitet wurde, den der Temperatur entsprechenden Sättigungsgrad jedenfalls erreicht haben muß. Der erste Cylinder wird dann ausgeleert; die herauskommenden Rüben sind geschmaklos, schwammig und dürften sich wohl als Viehfutter verwenden lassen. Der Syrup aus dem achten Cylinder muß 42° zeigen und unmittelbar in Formen gegossen werden.

Um weiße Zuker zu erhalten, muß man bei Duquesne's Verfahren einen Behälter mit Knochenkohle anwenden, welcher alle im Syrup enthaltenen färbenden Bestandtheile zurükhält; der Zwek kann natürlich nur dadurch erreicht werden, daß man neben jedem der Cylinder einen luftdicht geschlossenen Kohlenbehälter anbringt, welcher mit seinem Cylinder und dem darauf folgenden auf dieselbe Art verbunden wird, wie die Cylinder unter einander, d. h. die eingetriebene Flüssigkeit an seinem oberen Theil aufnimmt und an seinem unteren entweichen läßt, damit sie sich in den folgenden Cylinder begibt. Bei dieser Anordnung muß jeder Behälter so viel Kohle enthalten, daß sie hinreicht den von jedem Cylinder gelieferten Syrup gänzlich zu entfärben. Wenn man nun überdieß besorgt ist die Kohlentästen auf demselben Temperaturgrad zu erhalten, wie die mit ihnen verbundenen Cylinder; wenn man endlich bei diesem Verfahren noch Schützenbach's Krystallisirkästen52) anwendet, so gelangt man gewiß zu Resultaten, deren Wichtigkeit sich jezt noch nicht ermessen läßt.

Die Ersparnisse, welche aus der Anwendung dieses Verfahrens hervorgehen müssen, springen in die Augen; die Vermeidung jeder Abdampfung zum Concentriren der Syrupe ist ein sehr bedeutender Fortschritt in der Fabrication des Runkelrübenzukers und diese Neuerung begründet allein schon eine neue Epoche in diesem Industriezweig. Die Vortheile der Behandlung in geschlossenen Gefäßen beschränken sich aber nicht darauf; nach Peligot's Untersuchung enthält die Runkelrübe bloß krystallisirbaren Zuker und aller unkrystallisirbare Zuker, welcher die Melasse bildet, entsteht erst durch eine Veränderung des krystallisirbaren Zukers während der Bearbeitung des Safts. Nun ist es aber nicht zu bezweifeln, daß Duquesne's Verfahren die Bildung von Melasse beträchtlich vermindern wo nicht gänzlich verhindern muß, wodurch die Ausbeute an Zuker in demselben Grad größer wird.

Es wurde behauptet, daß das neue Verfahren nichts darbietet, was nicht schon bekannt war; nach unserer geschichtlichen Einleitung

52)

Man vergl. Darüber polytechnisches Journal Bd. XCIII S. 36.

A. d. R.