Text-Bild-Ansicht Band 98

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den Gränzen der gewöhnlichen Schwankungen hinsichtlich des Druks und der Temperatur der Atmosphäre gleich bleibt. Man nimmt überdieß an, daß die ungleiche Ausdehnung der zwei Flüssigkeiten und die Volumsverminderung, welche beim Vermischen von Alkohol und Wasser stets eintritt, bei der Temperatur-Erhöhung den Siedepunkt nicht merklich zu verändern vermögen.

Da eine Mischung von Alkohol und Wasser, welche zu kochen anfängt, sogleich Alkohol überdestillirt, so muß man die Angaben des Instruments genau in dem Augenblik ablesen können, wo das Sieden der Flüssigkeit stattfindet, weil sonst ihr Siedepunkt steigen und folglich einen geringeren Alkoholgehalt anzeigen würde.

Bei Anwendung des neuen Alkoholometers ist zu berüksichtigen, daß die Substanzen, welche begierig Wasser anziehen, wie Kochsalz, wasserfreies Glaubersalz, gebrannter Gyps, salzsaurer Kalk etc., in der Regel den Gehalt der Mischungen erhöhen, während die Substanzen, welche Verwandtschaft zum Alkohol haben, wie die Harze, Balsame, Gummiharze etc., in der Regel diesen Gehalt erniedrigen. Es wäre daher eine Corrections-Tabelle wünschenswerth, die man jedesmal anwenden könnte, wenn man sich überzeugt hat, daß geistige Mischungen oder gegohrene Flüssigkeiten eine der erwähnten Substanzen enthalten; übrigens könnte eine solche Tabelle nur auf experimentellem Wege hergestellt werden.

In Fig. 34 ist der ganze Alkoholometer abgebildet. Er besteht aus einem messingenen Wärmbeken A, A, Fig. 37, durch dessen Thüre man eine kleine Weingeistlampe Fig. 39 hineinbringt und auf welches man das Kochgefäß Fig. 36 stellt. Das ebenfalls aus Messing verfertigte Kochgefäß besteht aus einem Wasserbad B, aus welchem das eigentliche Kochgefäß C, das die auf ihren Alkoholgehalt zu prüfende Flüssigkeit enthält, hervorragt. Oben auf dem Kochgefäß ist ein kleiner Träger mit Gabel D angebracht, um den Alkoholometer (welchen man in Fig. 35 von hinten sieht) zu tragen und zu befestigen.

Der Alkoholometer besteht aus einer weiten, unten verschlossenen Glasröhre E, welche oben in eine Röhre von kleinerem Durchmesser F (die aber kein Haarröhrchen ist) ausläuft. Diese Röhre wird bis zu einer gewissen Höhe mit ausgekochtem Queksilber gefüllt und über demselben ein Schwimmer G angebracht. Das Ganze wird in ein durchbrochenes Gehäuse H, H gestekt, über welchem sich ein eingetheiltes Zifferblatt I, I befindet. Im Centrum dieses Zifferblatts ist ein leicht drehbarer Zapfen, auf welchen einerseits eine kleine Rolle J mit Schnurlauf und andererseits ein Zeiger X befestigt sind. Ueber die Rolle geht ein Seidenfaden K, dessen eines Ende am Schwimmer G