Text-Bild-Ansicht Band 98

Bild:
<< vorherige Seite

und das andere an einem Gegengewicht (des Schwimmers) L befestigt ist. Den Alkoholometer mit feinem Zifferblatt bringt man wie gesagt in das Kochgefäß, indem man ihn auf dem Hälter D aufruhen läßt, wo man ihn mittelst einer Drukschraube M befestigt.

Für jeden einzelnen Alkoholometer muß das Zifferblatt durch directe Versuche eingetheilt werden; man macht nämlich künstliche Mischungen von Alkohol und Wasser bei 15° C. Temperatur, wartet bis sich die frei gewordene Wärme verloren hat, erhöht hierauf die Temperatur dieser Mischungen bis zum Kochen, taucht die Alkoholometer hinein und bezeichnet auf ihrem Zifferblatt die Punkte, wo der Zeiger im Augenblik des wirklichen Kochens der Flüssigkeit angelangt ist. Man erhält auf diese Art sehr genaue Eintheilungen, welche man nach Belieben vervielfältigen kann.

Damit die Angaben dieses Alkoholometers genauer werden und man sie leichter ablesen kann, verfertigt man ein solches immer nur für gewisse geistige Flüssigkeiten, so daß man für Weingeist, Branntwein, Wein (und nöthigenfalls für Obstmost und Bier) besondere Instrumente hat. Das abgebildete ist für Weine und liqueure bestimmt, deren Alkoholgehalt selten 40 Centesimalgrade (Volum-Procente) übersteigt.

Um den neuen Alkoholometer anzuwenden, verfährt man folgendermaßen: man senkt zuerst das Instrument Fig. 35 in das Kochgefäß Fig. 36, worin man den Alkoholometer durch die Drukschraube M befestigt. Hierauf stellt man das Ganze auf das Wärmbeken A, A, Fig. 37. Man gießt in das Kochgefäß C die Flüssigkeit, deren Alkoholgehalt man erfahren will und bringt in das Wasserbad B Wasser bis zur Höhe eines Centimeters. Man versichert sich, daß die Fäden, woran der Schwimmer und das Gegengewicht hängen, nicht gedreht und ganz parallel sind und verschließt dann das Kochgefäß mit dem Dekel Fig. 38; man füllt die Lampe Fig. 39 bis zu zwei Drittel ihres Hohlraums mit Weingeist von 85 Centesimalgraden und läßt den Docht nur 4 Millimeter herausreichen, wenn anzunehmen ist daß die Flüssigkeit im Kochgefäß einen hohen Gehalt hat, hingegen 8 Millimeter, wenn sie wie Weine, Biere etc. wenig Alkohol enthält. Die Lampe wird dann angezündet.

Man darf die brennende Lampe während der Operation niemals herausnehmen, weil sich sonst die Flüssigkeit im Kochgefäß, wenn sie viel Alkohol enthält, entzünden könnte; man löscht die Lampe sogleich nach beendigter Operation aus und zieht sie dann erst heraus.

Sobald das Queksilber durch seine Ausdehnung in Folge der Temperatur-Erhöhung so weit gestiegen ist, daß es den Schwimmer G erreicht, kommt der Zeiger X in Bewegung und dreht sich auf dem