Text-Bild-Ansicht Band 85

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Kohlenstoff 6,16 gewesen seyn; es geht daher nur 0,5 ab, was unbedeutend ist.

Diesen Saz als richtig angenommen, kann sehr natürlich gefragt werden, warum nicht auch die Kohks eine ihrem Gehalt an fixem Kohlenstoff entsprechende Verdampfung bewirken? Dieß läßt sich, wie ich glaube, befriedigend beantworten. In der Steinkohle befindet sich nämlich bituminöse Substanz, welche, bevor sie sich entzündet, Gasform annehmen, und daher einen Theil der Wärme aufnehmen muß, welche vorher schon durch die Verbrennung des Feuerungsmaterials entwikelt wird; einen Theil derselben kann sie bei ihrer eigenen Verbrennung wieder von sich geben und dadurch die für den Zug erforderliche ergänzen; in den Kohks aber ist nur sehr wenig gasförmige brennbare Substanz enthalten; in den von mir angewandten betrug sie nur 6,5 Proc. Wenn diese Substanz nun allerdings sehr wenig Wärme bei ihrer Verflüchtigung absorbirt, so wird sie natürlich auch bei ihrer Verbrennung nicht viel von sich geben; daher mag wohl ein Theil der von dem fixen Kohlenstoff entbundenen Wärme zur Unterhaltung des Zugs erforderlich seyn; denn wenn wir die Kohks als reinen Kohlenstoff annehmen, so können wir nie erwarten, daß sie in der Praxis eine so große Verdampfung erzeugen, als sie es der Berechnung nach sollten, weil sonst für Wärmeverlust an den Wänden des Ofens, vorzüglich aber für die mit den gasförmigen Verbrennungs-Producten durch den Schornstein entweichende Wärme gar nichts in Abrechnung gebracht würde.

LXXXVI. Ueber Heiz- und Ventilirapparate; von Dr. Andr. Ure.

Aus dem London Journal of arts. März 1842, S. 141.

Mit Abbildungen auf Tab. VI

Es gibt im Allgemeinen zweierlei Methoden, um zu gleicher Zeit Wärme zu verbreiten und die Luft in großen Gebäuden zu erneuern, welche Methoden in ihren Principien, ihrer Wirkungsweise und deren Erfolg wesentlich von einander verschieden sind. Das älteste und, man kann sagen, allgemeinste Verfahren besteht im Aufstellen von Oefen in den Gängen oder Zimmern, welche bei kalter Witterung Wärme von sich geben, und in Erbauung weiter und hoher Schornsteine, welche bei warmer Witterung die Luft so zu sagen durch Saugung aus dem Hause ziehen, wodurch wieder frische Luft einströmt, um, wenn gleich nicht vollkommen, das Gleichgewicht des Druks zu erhalten. In auf diese Weise erwärmten und ventilirten