Text-Bild-Ansicht Band 85

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Untersuchungen ergab, daß, ungeachtet diese Spannkraft in viel höherm Verhältnisse als die Temperatur wächst, dennoch Hochdrukmaschinen keine absoluten ökonomischen Vortheile gewähren. Wir werden später die Analogie mit den elektromagnetischen Maschinen näher bezeichnen, zunächst aber auf einen Unterschied aufmerksam machen, aus dem für unsern Gegenstand eine ungemeine Schwierigkeit erwächst. Es sind viele Versuche angestellt worden, aus denen sich mit Bestimmtheit die Quantität von Brennmaterial ergibt, dessen vollständige Verbrennung z.B. 1 Kubikfuß Wasser in etwa 1700 Kubikfuß Dampf zu verwandeln vermag. Denken Sie sich diesen Dampf in ein Prisma mit beweglichem Boden eingeschlossen, und dann vollständig wieder zu einem Kubikfuß Wasser condensirt, nehmen Sie dann die Erfahrung zu Hülfe, daß der Druk der Atmosphäre auf jeden Quadratzoll 15 Pfd. beträgt, so können Sie leicht berechnen, daß Sie eine mechanische Kraft zu Ihrer Disposition haben, die im Stande wäre, etwa 3,672,000 Pfd. auf 1 Fuß Höhe zu heben. Sie haben hiemit zugleich das Maximum der Arbeit berechnet, welches die gegebene Quantität Brennmaterial zu produciren vermag. Es liegt im Begriffe des Maximums, daß es die Gränze ist, über welche nicht hinausgegangen werden kann. Die Verbesserungen, die an den Dampfmaschinen täglich gemacht werden, bezweken also nur, sich dieser Gränze mehr und mehr zu nähern, und im glüklichsten Falle sie zu erreichen. Eine solche Gränze numerisch angeben zu können, ja nur mit Bestimmtheit ihre Existenz zu wissen, ist ein unschäzbarer Gewinn für derartige Untersuchungen, die ohnedem in der Luft schweben und des Bodens ermangeln würden. Wir haben zugleich bei der obigen Betrachtung bemerkt, wie sich in dem Gange, welchen die Erscheinung nimmt, damit die Wärme eine Quelle von mechanischer Arbeit werde, nirgends eine Lüke befindet, wie sich nirgends etwas Mystisches darbietet, wie man auch gleich anfangs mit großer Bestimmtheit wissen mußte, auf welchen Punkt hin man seine Bemühungen zu richten hätte, um zu Resultaten zu gelangen. Ganz anders verhält es sich mit den elektromagnetischen Maschinen, bei denen, obwohl die Form der Erscheinung einfach ist, dennoch das Agens, mit welchem man es zu thun hat, in dichtes Dunkel gehüllt ist. Wissen wir doch nicht, was bei der galvanischen Thätigkeit Ursache oder Wirkung sey? Ist die Auflösung dieses Atoms Zink eine Nothwendigkeit oder ein lästiger Umstand? Die Wärme spricht zu uns auf die mannichfaltigste Weise, wir sehen und fühlen und messen, wie und mit welcher Kraft sie die Molecule der Körper in Bewegung sezt; aber schweigsam und starr, wie das Grab, ist das magnetische Eisen.

Vor etwa anderthalb Jahren hatte ich die Ehre der Akademie