Text-Bild-Ansicht Band 85

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mit der Erzeugung der galvanischen Thätigkeit, welche als die Quelle dieser Kraft zu betrachten ist. Hier treten wir auf einen Boden, der eine reiche Aussicht eröffnet. Wir sehen zunächst, daß es sich bei der ökonomischen Frage eigentlich nur darum handelt, dem in den galvanischen Batterien gebildeten Zinksalze eine ausgedehntere technische Anwendung und somit einen sichern Absaz zu verschaffen, welcher die Kosten der elektromagnetischen Maschinen ganz oder zum Theil dekte. Daß dieses unmöglich sey, läßt sich nicht vorweg absprechen; hat doch erst neuerdings Hr. Dumas in einem Berichte an die Pariser Akademie von der Verzinkung eiserner Gegenstände auf nassem Wege als von etwas höchst Wichtigem gesprochen. Die Substituirung des Eisens für das Zink erscheint keineswegs unmöglich, auch hiedurch würden sich die Unterhaltungskosten vermindern lassen. Gehen wir von den Kupfervitriolbatterien aus, so denken Sie sich z.B. eine große Anstalt zur Anfertigung galvanoplastischer Gegenstände. Mit demselben Atom Zink oder Eisen, womit Sie das Kupfer in cohärenter, den technischen oder künstlerischen Bedürfnissen entsprechender Configuration darstellen, können Sie zugleich ein gewisses Quantum von mechanischer Arbeit gewinnen. Statt des reinen Kupfervitriols können Sie, wenn Sie Gelegenheit dazu haben, auch solches anwenden, das mit Eisensalzen stark verunreinigt ist, ja sogar die zu Cementkupfer bearbeiteten Kupferwasser. Ich will es anführen, daß man z.B. solches Cementkupfer jährlich etwa 16 bis 18000 Pud gewinnt. Welche beträchtliche bewegende Kraft könnte man nicht hiedurch nebenbei erlangen, wenn man das zur Fällung verwendete Eisen auf eine rationelle Weise elektrolytisch auflöste? Die Kraft wäre freilich nur an Localverhältnisse gebunden, was indessen gewissermaßen auch bei den Dampfmaschinen der Fall ist. Noch vielen anderen metallurgischen Processen steht eine von der Elektrochemie ausgehende Reform bevor; auch hier würde man als Nebenproduct mechanische Arbeit erhalten. Ich meine daher, man würde anfänglich die Sache lieber umkehren müssen. Man errichte die galvanischen Batterien nicht um der elektromagnetischen Maschinen willen, sondern baue solche Maschinen da, wo galvanische Batterien, oder elektrolytische Processe im Allgemeinen, anderer Zweke wegen eingeführt sind, oder eingeführt seyn könnten, in den Münzwerkstätten, z.B. auf Kupferhütten oder bei anderen Gelegenheiten, von denen ich im zweiten Theile meines Berichtes noch zu sprechen gedenke.

Wenn nun bei der Förderung unserer Aufgabe die Verbesserung und Vereinfachung der galvanischen Batterien immer als die Lebensfrage erscheint, so müssen sich die elektromagnetischen Maschinen von selbst einstellen, wenn, wie es der nächsten Zukunft unfehlbar vorbehalten