Text-Bild-Ansicht Band 86

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Spur von Kohle auffinden lassen. Karsten muß überhaupt die Verbindungsfähigkeit der Kohle mit dem Zink – wenigstens bei dem metallurgischen Proceß der Zinkgewinnung – durchaus in Abrede stellen. Er hat Zinkblech mit Kohle mehrere Tage lang cementirt und bann geschmolzen, aber in dem dargestellten Zinkregulus keine Spur von Kohle gefunden.

Schwefel. Karsten hat in den vielen untersuchten Zinksorten niemals eine Spur von Schwefel gefunden, obgleich die Auffindung sehr leicht und einfach ist. Wird das Zink im Gasentwikelungsapparat in Schwefelsäure oder in Salzsäure aufgelöst, so bleiben in den Vorlagen die Auflösungen des essigsauren Bleioxyds oder auch des Bleisalpeters vollkommen klar. Eben so wenig ist in den Rükständen von der Auflösung (die nur aus regulinischem Blei und nur in dem Fall, wenn die Auflösung sehr langsam in stark verdünnten Säuren bei Luftzutritt erfolgt, zugleich aus höchst wenig Bleivitriol oder Chlorblei bestehen, je nachdem Schwefelsäure oder Salzsäure angewendet wird) eine Spur von Schwefel zu finden.

Arsenik. Ein Arsenikgehalt des Zinkes erscheint so unwahrscheinlich nicht, indem auf der Lagerstätte des Galmei neben den Schwefelmetallen auch Arsenikverbindungen vorkommen und selbst die Schwefelmetalle Arsenik enthalten können. Zur Prüfung auf Arsenik wurden Zinksorten angewendet, die eine Behandlung unter dem Walzwerke, ohne aufzureißen und zu zerbrökeln, nicht gestatten. Sezt man das Gefäß, in welchem die Auflösung des Zinkes in Salzsäure oder in Schwefelsäure erfolgt, mit Vorlagen in Verbindung, die mit wässerigen Auflösungen von essigsaurem oder von salpetersaurem Silberoxyd angefüllt sind, so bleiben die Auflösungen bei dem Durchströmen des sich entbindenden Wasserstoffgases ziemlich lange klar, trüben sich aber demnächst und sezen ein zartes schwarzes Pulver ab. Werden mehrere Vorlagen angewendet, so findet in allen mit der Zeit Trübung und Niederschlag statt. Dieser Niederschlag enthält aber keinen Arsenik, sondern er besteht aus regulinischem Silber. Wäre das Zink also wirklich arsenikhaltig, so würde sich das Arsenik wenigstens nicht als Arsenikwasserstoffgas bei dem Proceß der Auflösung in Säuren verflüchtigen und es müßte entweder in der Auflösung selbst, oder in dem Rükstande angetroffen werden. Beide aber zeigten sich stets frei davon. Das oberschlesische Zink muß hienach von einem Arsenikgehalt freigesprochen werden.

(Der Beschluß folgt im nächsten Hefte.)