Text-Bild-Ansicht Band 86

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ihrem Eintraggarn in Thätigkeit gebracht werden, um das Muster auf dem Fabricate zu erzeugen: entweder läßt man die Kette sich auf- oder niederbewegen, um den Eintrag der betreffenden Schüzenreihe in Empfang zu nehmen, wie es das Muster erfordert, oder man läßt die Lade und die Schüzen auf- und niedersteigen, so daß die lezteren ihren Eintrag dem Muster gemäß in die Kette schließen, oder man vereinigt beide Bewegungen in einem und demselben Webestuhle.

Das wesentlich Neue an dem zu webenden Fabricate besteht darin, daß man das Fabricat zusammenschrumpfen läßt, wodurch die vorher glatt gewebten Figuren erhaben auf der Oberfläche des Stoffes erscheinen. Dieß geschieht dadurch, daß man die Mustertheile der Kette sich über zwei oder mehrere Schüsse Eintrag legen läßt, und zwischen den Fäden der Kette Kautschukfäden einzieht. Die Figuren des auf diese Weise erzeugten Fabricates liegen anfangs glatt auf dessen Oberfläche, durch Anwendung von Wärme jedoch schrumpfen die Kautschukfäden zusammen, ziehen dadurch die Kettenfaden in die Höhe, so daß auf der Oberfläche ein geripptes Muster erscheint, welches genau das Aussehen eines über Stifte oder Drähte gewebten gemusterten Fabricates besizt.

Fig. 1 liefert den Frontaufriß eines zur Erzeugung von Geweben verschiedener Breite eingerichteten mechanischen Webestuhls, an welchem wegen der deutlicheren Einsicht in die Bewegungen des Mechanismus nur zwei Schüzenreihen dargestellt sind. Bei dieser Einrichtung heben und senken sich die Kettenfäden und der Brustbaum, während die Lade und die Schüzen ihre gewöhnlichen Bewegungen machen. Fig. 2 zeigt den Stuhl von der rechten Seite im Aufriß; Fig. 3 ist ein transversaler Verticaldurchschnitt und Fig. 4 ein Frontaufriß desselben. Fig. 5 ist der Durchschnitt eines Theils der Lade, nach einem größeren Maaßstabe genommen, worin zwei Reihen Schüzen sichtbar sind.

A, A ist das gewöhnliche Webestuhlgestell; B das Geschirr (Harnisch) zum Oeffnen und Schließen der Kette, welches auf die gewöhnliche Weise von dem oben befindlichen Jacquardapparate durch das Kammbrett D herabgeht. Der Jacquardapparat selbst ist in den Abbildungen nicht mit dargestellt, da er mit den vorliegenden Verbesserungen nichts gemein hat. E ist die an den Schwertern oder Armen F aufgehängte Lade mit dem Riet und den Schüzen; sie wird durch die an der Hauptwelle H befindlichen Kurbeln und Lenkstangen G in Hin- und Herschwingungen versezt, um den Eintrag fest zu schlagen.

Die Schüzenreihe I, I führt einen Einschlag, die andere Reihe K die übrigen Einschlagfäden. Diese Schüzen erhalten auf die gewöhnliche