Text-Bild-Ansicht Band 87

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ist, der Preis derselben sehr stieg, stellte sich das Bedürfniß eines anderen wohlfeilen Düngungsmaterials heraus, und es kam ein englischer Schiffer auf die glükliche Idee, wegen Mangels an Rükfracht eine Ladung des bei den Peruanern zur Düngung sehr geschäzten und in ungeheuren Massen vorhandenen Guano nach England mitzunehmen.

Die mit dem Guano angestellten chemischen Versuche zeigen, daß wir bis jezt noch kein einziges Düngungsmittel kennen, welches in einem so kleinen Volumen eine so große Menge von allen Pflanzennahrungstheilen enthielte.

Das Guanopulver, welches ich einer chemischen Untersuchung unterwarf, bekam ich durch die Gefälligkeit des Hrn. Oekonomie-Commissionsraths Sprengel, der davon zwei Proben, eine blaßgelbe und eine rothbraune, von Liverpool zugeschikt erhalten hatte.

Um ein völlig gleiches Material verwenden zu können, schüttete ich meinen ganzen Vorrath, etwa 1/4 Pfd. betragend, in eine Reibschale, rührte die Masse darin gut durch einander und benuzte dieselbe nun zu den verschiedenen Operationen. Nach Winterfeld gibt es drei Arten des Guano, weißen, gelben und rothen; ich untersuchte den lezteren, und dieser hatte folgende Eigenschaften. Das Guanopulver besizt eine dunkel-braunrothe Farbe, einige darunter befindliche, noch nicht ganz zerfallene größere Stüke zeigten inwendig noch eine weißgraue Farbe und ein blättriges Gefüge. Unter dem Pulver befanden sich weder Federn, noch sonstige vegetabilische Reste, wie ich diese in großer Menge in dem gelben Guanopulver gesehen habe. Das Pulver hatte einen eigenthümlich stechenden, urinösen, aber doch bei weitem nicht so starken Geruch als der gelbe Guano. Auf nasses rothes Lakmuspapier gebracht, reagirte es stark ammoniakalisch, indem die Reaction größtentheils an der Luft wieder verschwand. Das trokene Pulver gab eine Menge Ammoniakgas aus, welches sich sehr leicht nachweisen ließ. Ich schüttete nämlich etwas auf eine Untertasse, stellte einen Glastrichter darüber und hing in die Oeffnung desselben einen Streifen nasses, rothes Lakmuspapier, welches schon nach einigen Minuten völlig wieder blau wurde. Auch brachte ein darüber gehaltenes, mit Salzsäure befeuchtetes Glasstäbchen eine beträchtliche Menge weißer Dämpfe hervor.

Wenn 10 Gr. Guanopulver mit etwa 40–50 Gr. Wasser übergössen wurden, kühlte sich dieses Gemisch um 5° R. ab. Die Auflösung in kaltem Wasser reagirte stark ammoniakalisch, sie war fast wasserhell, dagegen die mit heißem schwach gelb gefärbt.

Da ich mich durch die vorhergegangene qualitative Analyse belehrt hatte, welche Körper in diesem Guanopulver vorkommen, so