Text-Bild-Ansicht Band 88

Bild:
<< vorherige Seite

Kolbenstange im Vor- und Rükwärtsgehen wirkt, während zur selben Zeit eine andere die gepreßten Torfstüke aus der Form hebt.

Ein zweites und Haupthinderniß, das beim Pressen des Torfes eintritt, liegt in der Natur des Torfes selbst. Das Wasser ist nämlich der Torfmasse nicht hygroskopisch beigemengt; es macht größtentheils einen Bestandtheil der in den zelligen Bälgen eingeschlossenen Torfmasse selbst aus, und findet, wenn die Zellen nicht zerrissen werden, nur schwer einen Ausgang. Wird der Torf in einem Kasten gleichförmig zusammengepreßt, so kann während der Verdichtung das Wasser nur durch die Löcher des Dekels entweichen. Es müssen sich also Canäle von allen Theilen des Torfes durch die verdichtete Torfsubstanz nach Oben bahnen, Canäle, die durch die nachfolgende Torfmasse sogleich wieder verstopft werden, wodurch sich um den Torfziegel eine dichte Hülle von zerrissener Torfmasse bildet, die dem völligen Austroknen des Torfes in freier Luft bedeutende Hindernisse in den Weg legt, und da, wo nicht ungeheure Kräfte zu Gebote stehen, das Austroknen der gepreßten Ziegel ungemein verlangsamt.

Ich hatte mir deßhalb schon vor mehr als drei Jahren eine Maschine ausgedacht, die ohne Unterbrechung und also ohne Zeitverlust wirkt, und den Druk nur successive auf die verschiedenen Theile desselben Torfziegels anbringend und die Bälge des Torfes zerreißend, das entweichende Wasser vor sich her nach der noch nicht zusammengedrükten Seite des Torfes drängt.

Das Princip meiner Presse bilden zwei sich horizontal über einander drehende eiserne Cylinder A, Fig. 8 und 9, nach der Länge des zu pressenden Torfstükes, zwischen welche das Torfstük mit der breiten Seite gebracht wird, wie z.B. ein Eisenpaket, das in Eisenwerken nach englischer Manier zu Platten gewalzt wird. Da der Raum zwischen den zwei Walzen viel enger ist als das zu verwalzende Eisen- oder Kupferstük, so muß das durch die Walzen gehende Eisen- oder Torfstük seine Dimensionen der Länge und Breite nach vergrößern, oder wenn es daran verhindert wird, sich in einen engern Raum zu schmiegen fähig seyn, d.h. sich verdichten lassen.

Um diese Seitenausdehnung zu verhindern, konnte ich nichts anderes thun, als eine endlose Kette von aneinander hängenden Kästen oder Torfformen B, Fig. 8 und 9, zu bilden, die durch zwei einander gegenüber liegende Trommeln D gespannt erhalten wird. Diese Torfform- oder Kastenkette mußte so gebildet seyn, daß die Hinterwand der einen Form Fig. 10 die Vorderwand der nachfolgenden Form bildete, so daß dann jede einzelne Form aus einem rechtwinkligen Winkelhaken besteht, der mittelst eines Scharniers mit der offenen