Text-Bild-Ansicht Band 88

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Seite an einen andern Winkelhaken der Art befestigt ist. Da aber diese Formenkette sich unmöglich zwischen den engstehenden Preßwalzen durchbewegen und so in endloser Folge ein Torfstük nach dem andern unter sie bringen konnte, so mußten die Cylinder da, wo sie eine breite Seitenwand der Formkette berührten, so tief eingeschnitten werden, Fig. 9, F, daß sich im Cylinder Abschnitte von der Größe des zu pressenden Torfstükes in die mit Torf gefüllten Formen hineintauchen und so den Torf zusammendrüken konnten. Derjenige Theil also der Cylinderoberfläche, der zwischen den Einschnitten stehen blieb, hatte die Größe der breiten Oberfläche des Torfziegels, und bildet also beim untern Cylinder den Boden, beim obern den Dekel des Kastens, in welchem der Torfziegel verdichtet wird. Da die Oberfläche der Cylinder eine gekrümmte Fläche ist, so muß natürlich der Torfziegel Fig. 9, G, mit seiner breiten Seite unter die Walzen gebracht werden, damit die Oberfläche des Torfes so viel als möglich einer geraden Linie nahe komme, und in einem Momente doch ganz vom Cylinderabschnitte gefaßt werden könne.

Meine in England construirten Cylinder besizen gewöhnlich neun Einschnitte, sind also in neun Abtheilungen getheilt, und pressen deßhalb mit jeder Umdrehung neun Torfstüke. Die Walzen selbst drehen sich, wenn es nöthig ist, in einer Minute 30 bis 35mal um, und liefern darum in einer Minute 315 und in einem Tage 45480 gepreßte Torfstüke, ungefähr gleich 18184 Cntr. Dagegen liefert die von einer Dampfmaschine von 6 Pferdekräften getriebene Torfpresse des Lord D'Eresby nicht mehr als 45 Ziegel in einer Minute, oder 64800 in einem Tage.

Eine zweite Arbeit meiner Maschine ist das Herausnehmen des gepreßten Torfes aus den Formen. Obwohl meine Formenkette, während sie sich um die Trommel abwikelt, sich auf einer Seite öffnet, so ist doch das Torfstük an die drei andern Seiten so fest angepreßt, daß es ohne Hülfe nicht aus der Form fallen würde. Die Vorrichtung zu diesem Herausheben ist eben so einfach als effectreich. Sie besteht in nichts als breiten Kämmen oder Zähnen Fig. 8 und 9, C, welche auf die Trommel derjenigen Seite befestigt sind, nach welcher sich die Formenkette bewegt. Während der Umdrehung der Trommel steigen diese Kämme von selbst in den Kasten empor, heben das Torfstük herauf, und lassen es dann, so wie die Kette vorwärts schreitet, in einen untergesezten Trog fallen.

Um die Maschine zu füllen, ist auf der entgegengesezten Seite ein hoher Trichter angebracht, der mit Torfstüken immer vollgefüllt erhalten werden muß. Die Torfstüke fallen durch ihren eigenen Druk in die Formen, so wie sie sich unter der untern Oeffnung des Trichters