Text-Bild-Ansicht Band 88

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14. Zu Umrissen.

Geschlagenes Silber 1 Büchlein
Rocaille 62 Gramme
Eisen- oder Stahlspäne 62 –
Reiner Eisenrost 62 –

auf kupferner Palette mit Gummi- und Boraxwasser aufgetragen.

15. Noch ein Grün.

Grünes Goldschmied-Email 62 Gramme
Steinsalz 31 –
Salpeter 31 –

jedes zu feinstem Pulver gerieben, dann unter Zusaz von 16 Gr. Borax gemischt und im Schmelztiegel wie Blau behandelt.

Das einzige Vehikel aller dieser Farben zum Auftrage ist Gummi- und Boraxwasser.

II. Einrichtung und Behandlung des Schmelzbrands.

Der benöthigte Ofen muß, um dem Rauch energischeren Abzug zu geben, wenigstens 1 Meter Tiefe haben und unter einem Kamine zu stehen kommen. Er wird aber construirt, indem man zunächst einen festen Unterbau von 32 Centimetern Höhe aufführt. Auf diesen legt man den Grund des Ofens von Fließen, dergleichen bei Baköfen gebräuchlich. Soll er von beträchtlicher Größe werden, gibt man ihm eine Breite von 96 Centim. zu 1 Meter 10 Centim. Länge. Bei Anlage kleinerer Oefen hat man nicht außer Augen zu lassen, daß man ihnen mehr an Breite als Länge abnimmt. Hierauf errichtet man aus Thon und wohlgebrannten Baksteinen die Wände bis zur Dike eines halben Steines. Sobald sich der Bau vier Steine hoch erhoben hat, wobei man in der Vorderwand ein Schürloch von 32 Centim. Breite offen ließ, legt man über dieses eine Eisenplatte und führt die Wände im Gevierte um zwei Steine höher. Hierauf bildet man einen Tragrost, indem man drei Eisenstangen von wenigstens 4 Centim. Dike in gleich weiter Entfernung unter sich quer über die Längenseiten des Ofens legt, jedoch so, daß die vorderste wenigstens drei Finger breit von der Vorderwand und die hinterste eben so weit von der Hinterwand entfernt ist. Indem man hienach den Bau der Wände fortführt, läßt man in der vordern eine Oeffnung von 7 Centim. Breite zu 22 Centim. Höhe, gerade über dem Schürloch. Sie dient, um zur Muffel mit den gemalten Gläsern zu gelangen und die Proben herauszunehmen. Dann baut man wieder um drei Steine höher und legt einen Stein oder die Muffel- und Probenöffnung.