Text-Bild-Ansicht Band 106

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die Feuerzüge, welche in den Kamin e führen. Nachdem die Muffel a in volle Rothglühhitze gekommen ist, bringt man die Artikel hinein und läßt sie darin, bis die erdige Composition eine theilweise Halbverglasung erlitten hat, so daß die erdigen Theilchen einander und der Oberfläche des Artikels fest anhängen, worauf man die Gegenstände aus der Muffel zieht und auf eine flache eiserne Bank zum Abkühlen legt; nach dem Erkalten erscheint der Ueberzug mattweiß wie gebranntes Steingut; je nach der Hitze der Muffel, der Größe und Anzahl der Artikel, läßt man dieselben einige Minuten bis eine halbe Stunde darin.

Nach dem Erkalten der Gegenstände befeuchtet man den Ueberzug mit Wasser, trägt dann eine zweite Schicht auf die erste und trocknet sie in einem Lackirerofen ein; sie wird dann in der Muffel gerade so wie die erste Schicht geglüht. Die Composition für die zweite Schicht bereitet man folgendermaßen: man macht einen dicken Teig durch Vermischen von 32 Gewichtstheilen gebrannten und fein gemahlenen Knochen, 16 Theilen Porzellanerde, 14 Theilen fein gepulvertem Cornwallis-Stein (zersetztem feldspathreichem Granit) und 8 Theilen in Wasser aufgelöster Potasche; diese Mischung wird zwei bis drei Stunden lang in einem Flammofen gefrittet, bis sie das Aussehen von verglühtem Porzellangeschirr erhalten hat, worauf man sie pulverisirt. 5 1/2 Gewichtstheile dieses Pulvers werden mit 16 Theilen in kleine Stücke zerbrochenem Flintglas, 5 1/2 Theilen gebrannten und gemahlenen Knochen und 3 Th. geglühtem und gemahlenem Feuerstein gemengt; das Gemenge wird wie die erste Composition in einer Porzellanmühle mit Wasser zur Rahmconsistenz gemahlen. Beim Glühen der zweiten Schicht muß man dafür sorgen, daß die Hitze der Muffel stark genug ist und daß die Artikel so lange darin bleiben, daß die zweite Schicht der ersten ganz einverleibt wird und beide Schichten hart werden. Die Artikel haben nun eine stärkere und weißere Farbe und sind gebranntem Steingut ähnlicher; wünscht man aber der zweiten Schicht eine sehr weiße Farbe zu ertheilen, ähnlich dem feinsten gebrannten Steingut, so nimmt man dazu anstatt der 16 Theile Flintglas ein gleiches Quantum einer Composition aus 4 Gewichtstheilen gepulvertem Feldspath, 4 Th. weißem Sand, 4 Th. Potasche, 1 Th. Arsenik, 6 Th. Borax, 1 Th. Zinnoxyd, 1 Th. Salpeter und 1 Th. Kreide, frittet das Gemenge und pulverisirt es bann.

Nachdem die Artikel, welche die zweite Schicht empfangen haben, erkaltet sind, befeuchtet man diese Schicht mit Wasser, trägt eine dritte Schicht auf und glüht sie auf ähnliche Weise; nach dem Erkalten sieht der Artikel wie glasirtes Steingut guter Qualität aus, wenn aber die