Text-Bild-Ansicht Band 104

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Meine Versuche ergaben, daß wenn die Resultate ungleich und mangelhaft ausfielen und Bilder ohne Kraft und Feinheiten, ohne Abstufungen der Lichter und ohne Durchsichtigkeit des Helldunkels erhalten wurden, die Ursache der unvollkommenen und zu oberflächlichen Präparirung des Papiers zuzuschreiben ist. Man hatte sich nämlich, auf gleiche Weise wie beim Präpariren der Platten verfahrend, begnügt die photogenischen Substanzen auf eine einzige Seite des Papiers aufzutragen. Da hierdurch die Oberfläche des Papiers ungleich beladen wurde, erfuhr diese, der Camera obscura ausgesetzt, eine ungleiche Einwirkung. Die darauf folgenden chemischen Reactionen verriethen alle diese Ungleichheiten; außerdem fehlte es, da die Präparirung zu oberflächlich war, dem Bilde in den lichten Stellen an Ton, und in den Mitteltönen an Durchsichtigkeit. Dieß führte mich auf den Schluß, daß der Papierzeug dadurch photogenisch gemacht werden muß, daß man bei der Zubereitung desselben eine Absorption in der Art eintreten läßt, daß er die aufgelösten Stoffe in sich aufnimmt und so zum Medium wird in welchem die chemischen Reactionen vorgehen, die am Ende das photographische Bild liefern. Dieß als Grundsaß angenommen, kann jeder Praktiker seine Substanzen nach Gutdünken wählen.

Ich will nun das Verfahren beschreiben, welches ich zur Erzeugung photographischer Bilder auf Papier einschlug, in der Absicht daß weitere Studien darauf fortgebaut werden mögen.

Damit der Proceß schnell stattfinden kann, muß man das Papier befeuchtet anwenden; dieß ist aber eine die Operation sehr erschwerende Bedingung; denn kaum hat man das Papier auf das Brettchen des Rahmens gelegt, so bläht es sich schon auf. Um diesem Uebelstand vorzubeugen, wurde angerathen hiezu eine feuchte Schieferplatte zu benutzen, allein dieß hält das Eintreten des Uebelstandes nur um einige Minuten auf. Bei Aufsuchung eines Mittels dagegen bediente ich mich zuerst einer Glasplatte, auf welche ich das Papier legte und das ich durch das Brettchen festhielt, um meinen Rahmen zu bilden. Eines Tages legte ich zufällig dieses Glas verkehrt in den Rahmen, nämlich das Papier innerlich und das Glas dem Objectiv der Camera obscura gegenüber. Ich erhielt auch so mein Bild. Da nun das Lichtbild auf Papier auch hinter einem Glase entsteht, so konnte ich, indem ich das Papier zwischen zwei Glasplatten drückte, vorher aber eine Seite des photogenischen Papiers mit zwei oder drei gut angefeuchteten Blättern Papiers bedeckte, die Feuchtigkeit eine geraume Zeit unterhalten und mein Papier blieb durch seine Adhäsion am Glase immer