Text-Bild-Ansicht Band 104

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Die auf solche Art präparirten Papiere legt man in ein Kästchen von Pappe an einem dunkeln Ort; sie können ohne stark eingedrückt zu werden, Monate lang aufbewahrt werden. Man kann sich also in einem einzigen Tag das zu einer Excursion von mehreren Monaten erforderliche Papier präpariren. Was von den Flüssigkeiten übrigbleibt, kann man in Flaschen die mit schwarzem Papier überzogen sind, aufbewahren und sich derselben bis auf den letzten Rest bedienen.

Wenn man ein Bild aufnehmen will, so gießt man auf eine ganz ebene Glasplatte, die auf einer Unterlage, über welche sie hervorsteht, gut aufliegt, einige Tropfen einer Auflösung von 6 Theilen salpetersaurem Silber, 11 Theilen krystallisirbarer Essigsäure und 64 Theilen destillirten Wassers; man nimmt nur die Hälfte des Wassers, um das Silbersalz aufzulösen, gießt hierauf die Essigsäure zu und vermischt erst nach einstündigem Stehenlassen die andere Portion Wasser damit.7)

Man legt das Papier mit der Seite darauf, welche man bei der ersten Präparirung salpetersaures Silber absorbiren ließ; spannt es mit der Hand aus, so daß es, von der Lösung allenthalben gut getränkt, der Glasplatte vollkommen anklebt, ohne Falten oder Luftbläschen zurückzulassen. Ist dieß geschehen, so bedeckt man es mit mehreren Blättern, vorher in destillirten Wasser getauchten, recht saubern Papiers (von sehr dickem Papier würde ein einziges Blatt hinreichen); auf diese getränkten Papierblätter legt man eine zweite Glasplatte von derselben Größe wie die erste und drückt stark darauf, so daß sie nur Eine Masse bilden. Hierauf bringt man das Ganze in einen Rahmen der Camera obscura, den man vorher hiezu herrichtete, und seht dann dem Lichte aus, als wenn der Rahmen eine Daguerre'sche Platte enthielte.

So präparirtes Papier muß eine Zeit über der Lichteinwirkung ausgesetzt werden, welche ein Viertel derjenigen beträgt, welche für die mit Jodchlorür präparirten Platten erforderlich ist. Doch muß man die Temperatur dabei in Rechnung ziehen, welche ein nicht weniger kräftiges Mittel der Beschleunigung ist als die Intensität des Lichts.

Ist die Exposition beendigt, so legt man das Papier auf eine Glas- oder Porzellanplatte, die man etwas befeuchtete, damit das Papier leichter adhärirt. Man gießt nun eine gesättigte Gallussäure-Auflösung daraus und das Bild wird im Augenblick erscheinen.

7)

Dieses Präparat wird in einer Flasche mit eingeriebenem Stöpsel aufbewahrt. Wenn sich nach einiger Zeit auf der Oberfläche etwas abscheiden sollte, so müßte dieß bei jeder Operation dadurch entfernt werden, daß man die Flüssigkeit durch ein feines Tuch seiht.