Text-Bild-Ansicht Band 104

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Man läßt die Gallussäure einwirken, damit die Verbindung tiefer in das Papier eindringt und in den hell-dunkeln Stellen alle Details hervorkommen; thut jedoch der Einwirkung der Gallussäure Einhalt, ehe die weißen Stellen, welche beim positiven Bild die schwarzen Stellen zu bilden haben, eine Veränderung erleiden. Zu diesem Behufe wascht man das Bild ab durch Daraufgießen von Wasser, um es von der Gallussäure zu befreien; hierauf legt man es neuerdings auf die Unterlage (den Träger) und gießt eine Schicht einer Auflösung von 1 Theil Bromkalium in 40 Theilen destillirten Wassers darauf, die man eine Viertelstunde darauf stehen läßt, indem man besorgt ist daß es immer davon bedeckt bleibt; hierauf wird es in vielem Wasser ausgewaschen und zwischen mehreren Bogen Fließpapiers getrocknet. Hiemit ist es fertig und man kann eine beträchtliche Anzahl positiver Exemplare damit erzeugen, nachdem man es, um es durchsichtiger zu machen, mit Wachs getränkt hat, wovon man eine kleine Menge auf das Papier schabt und es mittelst eines Bügeleisens durch mehrere Bogen Briefpapiers hindurch zum Schmelzen bringt; letztere muß man übrigens oft genug wechseln, damit kein Wachs auf der Oberfläche des Bildes liegen bleibt.

Präparirung des Papiers zum positiven Bild. – Man wählt hiezu Papier vom besten Zeug, so dick als möglich und vollkommen geglättet.

In einem Gefäß, in welches man eine Mischung von 3 Theilen mit Kochsalz gesättigten Wassers mit 10 Theilen destillirten Wassers gegossen hat, legt man das Papierblatt mit einer Seite und läßt es darauf, bis es auf dem Wasser ganz eben liegt (2 bis 3 Minuten). Man trocknet es in Fließpapier, indem man stark und wiederholt mit der Hand über den Rücken des Papiers in allen Richtungen streicht, unter Erneuerung des Fließpapiers, bis es keine Feuchtigkeit mehr aus dem mit Salzlösung getränkten Papier aufnimmt; hierauf bringt man dasselbe auf ein anderes Bad, welches aus 1 Theil salpetersaurem Silber und 5 Theilen destillirten Wassers besteht; man läßt es so lange darauf, als zum erwähnten Trocknen eines zweiten Papierblatts, welches das erstere auf dem Salzbad ersetzte, Zeit erforderlich ist; hierauf nimmt man es vom Silberbad weg, läßt es an einem der Ecken gut abtropfen und legt es auf eine wasserdichte Fläche, wie bei der ersten Präparirung des negativen Papiers. Man sieht, daß der Präparator bei diesem Uebertragen des Papiers aus dem Salzbad auf das Silberbad keine Minute verliert und in einigen Stunden eine ziemlich große Menge Papier Präpariren kann.