Text-Bild-Ansicht Band 104

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Auflösung der Salzmasse eine grünliche oder dunkle Farbe annimmt, wenn man sie aus dem Calcinirofen zog, bevor das Feuer den Farbstoff ganz zerstört hat. Da dieß jedoch schwierig zu bewerkstelligen ist, so hat man bisher eine Auflösung von salzsaurem Kalk benutzt, um der alkalischen Flüssigkeit ihre grünliche oder dunkle Färbung zu benehmen, ehe man sie zur Krystallisation abdampfte.

Meine Verbesserung besteht nun darin, daß ich die Auflösung (Lauge) der rohen Soda mit fein gepulverter kohlensaurer Bittererde (3 bis 7 Proc. der trocknen Salzmasse, je nach ihrem Gehalt an Aetznatron und Schwefelnatrium) vermische; die kohlensaure Bittererde kann entweder der Lauge beim Niederkochen derselben im Abdampfofen (salting-down-furnace) zugesetzt werden, als auch dem erhaltenen Salzrückstand bevor er in den Calcinirofen (carbonating furnace) gebracht wird. In letzterm wird die Salzmasse dann auf gewöhnliche Weise behandelt, 7 Centner etwa drei Stunden lang.

Die Anwendung von kohlensaurer Bittererde bei dieser Operation gewährt zweierlei Vortheile. Erstens bewirkt dieselbe, da sie bei der höchsten Temperatur welche diese Operation erfordert, unschmelzbar ist, daß die Salzmasse in einem porösen Zustande bleibt, was die Umänderung des Schwefelnatriums in schwefelsaures Natron und des Aetznatrons in kohlensaures Natron sehr erleichtert. Da ferner die kohlensaure Bittererde bei diesem Proceß der Rothglühhitze ausgesetzt ist, so gibt sie Kohlensäure aus, welche sich mit dem Aetznatron verbindet.

Nachdem die Salzmasse aus dem Calcinirofen genommen ist, löst man sie in Wasser auf; die Bittererde setzt sich dann ab und reißt alles in der Auflösung enthaltene Eisenoxyd mit sich; sollte die Flüssigkeit nicht farblos seyn, so wäre dieß ein Beweis daß die Salzmasse in dem Calcinirofen nicht lange genug dem Einfluß des Feuers ausgesetzt war.

Die niedergeschlagene Bittererde wird durch Decantiren ausgewaschen und getrocknet, um sie zu demselben Zweck verwenden zu können; oder man behandelt sie mit Schwefelsäure um eine gesättigte Auflösung von Bittersalz zu erhalten, welche man mit der hinreichenden Menge Schwefelmagnesium versetzt, um alles Eisen daraus niederzuschlagen.

Zu letzterem Zweck läßt sich aber auch Schwefelcalcium verwenden, wovon man so lange zusetzt, als noch ein schwarzer Niederschlag entsteht, wo sich dann Schwefeleisen und Gyps bilden. Um das Schwefelcalcium zu erhalten, gießt man heißes Wasser auf den Rückstand vom Auslaugen der rohen Soda, läßt es beiläufig sechs Stunden darüber