Text-Bild-Ansicht Band 104

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Fabrication von Malz-Hopfen-Extract oder concentrirter Bierwürze in England.

Nach dem Mechanics' Magazine hat sich in London eine Compagnie (National Malt-extract Company) zur Fabrication von Malz-Hopfen-Extract oder concentrirter Bierwürze gebildet; dieses Product braucht man nur in warmem Wasser aufzulösen und in Gährung zu versetzen, um in den Haushaltungen ein wohlschmeckendes und gesundes Bier zu erzeugen. Zwei wissenschaftliche Autoritäten sprechen sich entschieden günstig für das neue Unternehmen aus. Dr. Ure sagt: „Die Leichtigkeit womit man sich mittelst dieses Extracts zu mäßigen Kosten ein reines und wohlschmeckendes Getränk bereiten kann, welches ganz frei von den schädlichen Ingredienzien ist, die (in England) nur zu häufig in den käuflichen Bieren enthalten sind, macht dieses Unternehmen zu einem viel versprechenden.“ Professor Brande äußert sich über dieses Unternehmen: „Ich halte die Anwendung dieses Extracts zum Bierbrauen in den Haushaltungen für sehr wichtig; denn obgleich das direct aus unseren großen Brauereien (in London) hervorgehende Bier immer vortrefflich ist, so wird es doch nach meiner Meinung unter den Händen der Ausschänker in der Regel verfälscht; der Plunder, welcher unter dem Namen Tischbier (small beer) verkauft wird, ist wie Jedermann weiß, weder angenehm noch gesund.“

Anwendung der Queckenwurzel zum Brodbacken.

Oeffentliche Blätter melden, daß es einem Zimmermann in Württemberg gelungen sey, aus den Quecken- oder Graswurzeln (Hundsgras, Triticum repens), die gemahlen und mit 1/3 oder 1/4 Getreidemehl vermengt werden, ein sehr gutes Brod zu bereiten. In den Comptes rendus (1847 1. Sem. No. 6) wird diese Entdeckung dem Prof. A. Leroy zu Paris, und dem Apotheker Valet vindicirt, die in ihrer am 17. Mai 1812 der Ackerbau-Gesellschaft eingereichten Abhandlung sagen, daß von 400 Morgen Land 2000 Kil. Quecken gewonnen werden können, welche zwölf Säcke Mehl oder 500 Kil. Syrup, oder 400 Liter Branntwein geben. Nur sey zu der Bereitung des Brodes ein viel kräftigerer Sauerteig erforderlich, als der gewöhnliche; sie schlugen vor, etwas Branntwein und eine gewisse Menge Salz zuzusetzen. Das dazumal von ihnen vorgelegte Brod hatte nach Hrn. Sonini den Geruch des gewöhnlichen, einen nicht unangenehmen Geschmack, war aber schwer und dicht. Nach letzterm soll das Queckenwurzelpulver mit 1/3, oder 1/4 Weizenmehl vermengt ein gutes und wohlfeiles Brod geben. – Uebrigens findet man die Anwendbarkeit der Queckenwurzel zum Brod, namentlich in theuern Zeiten, in allen Handbüchern der angewandten Pflanzenkunde erwähnt.