Text-Bild-Ansicht Band 103

Bild:
<< vorherige Seite

Gegenstände fallenden zu grellen Sonnenlichtes mildern, auch hinwiederum die Stärke eines einförmigen oder des Reliefs ermangelnden Gegenstandes erhöhen.

Im Folgenden theilen wir eine neue Bereitungsweise der empfindlichen Schicht mit, durch welche sie die eben erwähnten Eigenschaften erhält und sich einigermaßen der menschlichen Netzhaut nähert. Unser Verfahren erfordert die Anwendung des Jods und Broms, und wird denjenigen, die sich dieser Substanzen isolirt zu bedienen Pflegen, leicht gelingen. Es besteht darin, die Platte wie gewöhnlich zu Poliren und zu jodiren, und sie dann mittelst irgend eines Verfahrens eine dreimal so große Menge Bromdampf aufnehmen zu lassen, als diejenige ist, wodurch man bisher den Platten die größte Empfindlichkeit zu geben suchte. Während die gewöhnliche Quantität Brom die Farbe der jodirten Platte nicht merklich verändert, ertheilt ihr die hier empfohlene einen dunkeln bläulich violetten Ton. Die Platten geben auf diese Weise behandelt ein vollständiges, mit allen Details versehenes Bild von die größte Mannichfaltigkeit der Töne darbietenden Gegenständen. (Ein Bild, welches auf diese Weise beim Sonnenschein aufgenommen wurde, zeigt die Wolken am Himmel, die weißen Häuser mit durchsichtigen Schatten und Bäume mit ihrem Laub, in Gruppen wie sie ein Künstler gezeichnet haben würde.)

Wir empfehlen, die volle dreifache Quantität Brom11) anzuwenden, weil man mit weniger ein ganz umschleiertes Bild erhielte; aber auch nicht mehr darf genommen werden, weil sonst die Platte das Quecksilber nicht mehr leicht verdichten könnte und das Bild minder gut zum Vorschein käme.

11)

Es versteht sich, daß das Brom hiezu auch aus Bromkalk nach der Methode von Bingham (polytechn. Journal Bd. CII S. 225) entwickelt werden kann.

A. d. R.