Text-Bild-Ansicht Band 103

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6. Gleich nach Sonnenuntergang und bis nach der Fahrt des letzten Trains müssen die Stationen und die Zugänge zu denselben beleuchtet werden.

Ebenso die Wegdurchkreuzungen, bei welchen die Administration dieß für erforderlich erachtet.

Titel II. – Von den Betriebs-Requisiten.

7. Die Locomotiv-Maschinen dürfen nicht ohne die Erlaubniß der Administration und ehe sie alle von den in Kraft bestehenden Reglements vorgeschriebenen Proben bestanden haben, in Dienst gezogen werden.

Wenn in Folge einer Beschädigung oder aus irgend einem andern Grund der Gebrauch einer Locomotive verboten worden ist, so kann diese Maschine nur in Folge einer neuen Erlaubniß wieder in Dienst gezogen werden.

8. Die Achsen der Locomotiven, Tenders und der Wägen aller Art für Personentrains oder gemischte Trains, welche mit großer Geschwindigkeit fahren, müssen von Schmiedeisen bester Sorte seyn.

9. Für alle Locomotiven werden Dienstlisten geführt; diese Listen werden in Bücher (Register) eingetragen und müssen für jede Maschine das Datum, wo sie in Dienst gezogen wurde, den Dienst, welchen sie verrichtete, die Reparaturen oder Veränderungen, welche sie erfahren, und die Erneuerung ihrer verschiedenen Theile angeben.

Außerdem werden für die Achsen der Locomotiven, Tender und Wägen aller Art noch besondere Bücher geführt, in welchen neben der Ordnungszahl jeder Achse ihr Ursprung, das Datum, wo sie in Dienst gezogen wurde, die Probe, welche sie bestanden hat, ihre Leistungen, ihre Unfälle und Reparaturen eingetragen werden; zu diesem Behufe wird die Ordnungszahl in jede Achse eingeschlagen.

Die in obigen zwei Paragraphen erwähnten Bücher (Register) sind den mit der Ueberwachung der Requisiten und des Betriebs beauftragten Ingenieurs und Agenten auf jedesmaliges Verlangen vorzulegen.

10. In einen Personen-Waggons enthaltenden Train ist es untersagt, eine Locomotive, einen Tender, oder einen Wagen irgend einer Art mit gußeisernen Rädern aufzunehmen.

Jedoch kann der Minister der Staatsbauten ausnahmsweise die Anwendung mit Stabeisen bereister, gußeiserner Räder bei aus Personen und Waaren gemischten Trains, die mit einer Geschwindigkeit von höchstens 25 Kilometer per Stunde fahren, gestatten.

11. Die Locomotiven sind mit Vorrichtungen zu versehen, welche den Zweck haben, die vom Roste herabfallenden Kohksstückchen aufzuhalten und das Austreten von Feuerfunken aus dem Kamin zu verhindern.

12. Die zum Personen-Transport bestimmten Waggons müssen solid und bequem gebaut, auch mit allem versehen seyn, was zur Sicherheit der Reisenden erforderlich ist.

Die Dimensionen des auf jeden Reisenden zu rechnenden Platzes sind wenigstens 45 Centimeter Breite, 65 Centimet. Tiefe und 1 Meter 45 Centim. Höhe; diese Anordnung ist auf den schon bestehenden Eisenbahnen in einer für jede Bahn von dem Minister der Staatsbauten zu bestimmenden Frist in Ausführung zu bringen.

13. Kein Personenwagen darf in Gebrauch kommen, ohne daß von dem Präfect dazu die Erlaubniß ertheilt wurde, und zwar auf den Bericht einer Commission, welcher bestätigt, daß dieser Wagen den Vorschriften des vorhergehenden Artikels entspricht.

Die Erlaubniß, ihn in Dienst zu ziehen, tritt nicht eher in Kraft, als nachdem ihm der durch die Artikel des Gesetzes vom 25. März 1817 für die öffentlichen Wägen vorgeschriebene Stempel von dem Director der indirecten Steuern gegeben wurde.

14. Bei jedem Personenwagen ist im Innern desselben die Anzahl der Plätze augenscheinlich zu verzeichnen.

15. Die Locomotiven, Tender und Wägen aller Art müssen führen: 1) den Namen oder die Anfangsbuchstaben der Eisenbahn, zu welcher sie gehören; 2) eine Ordnungszahl. Die Personenwagen müssen außerdem noch den von der Administration der indirecten Steuern gelieferten Stempel haben. Diese verschiedenen Zeichen werden