Text-Bild-Ansicht Band 103

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an den Bureaux der fahrenden Posten, den Zugängen der Eisenbahnbureaux und in den Wartsälen.

Der Conducteur eines in Gang befindlichen Zugs soll ebenfalls mit einem Exemplar des Reglements versehen seyn.

Auszüge daraus sollen, soweit jeden der Inhalt angeht, dem Locomotivenführer, dem Heizer, den Bremsenwärtern, Bahnwärtern, Barrièrestehern und andern bei der Eisenbahn Bediensteten eingehändigt werden.

Auszüge daraus, soweit der Inhalt die Reisenden während der Fahrt angeht, sollen sich in dem Coupé befinden.

79. Wer dem gegenwärtigen Reglement, den Entschließungen des Ministers der Staatsbauten und den mit dessen Gutheißung von den Präfecten behufs des Vollzugs besagten Reglements erlassenen Beschlüssen zuwiderhandelt, wird dem Titel III des Gesetzes vom 15. Julius 184559) über die Eisenbahn-Polizei entsprechend, bestraft.

80. Unser Minister-Staatssecretär der Staatsbauten ist mit dem Vollzug gegenwärtiger Ordonnanz, welche in das Gesetzblatt eingerückt wird, beauftragt.

Gegeben im Palast zu St. Cloud, den 15. Nov. 1846.

(Aus dem Bulletin de la Société d'Encouragement, Nov. 1864, S. 604.)

Zersetzung des Wassers durch bloße Hitze.

Die Zersetzung des Wassers durch bloße Hitze hat Prof. Grove durch verschiedene Versuche nachgewiesen; der einfachste ist vielleicht folgender. Man erhitzt vor dem Knallgasgebläse einen starken Platindraht, bis sich an seinem Ende eine Kugel von der Größe einer kleinen Erbse oder eines Pfefferkorns gebildet hat; dann kocht man destillirtes Wasser, welches man im Vacuum erkalten läßt, um es so viel als möglich von der darin aufgelösten Luft zu reinigen. Dieses Wasser erwärmt man auf 93° C. und füllt damit eine am Ende geschlossene Röhre, welche man dann in einer Porzellanschale umkehrt, die mit demselben luftfreien Wasser gefüllt ist. Mittelst einer Weingeistlampe, welche man unter die Schale stellt, unterhält man das Wasser auf der angegebenen Temperatur. Hierauf erhitzt man die kleine Platinkugel mittelst eines Knallgas-Löthrohrs, bis sie dem Schmelzen nahe ist und bringt sie dann schnell unter die Röhre. Es entwickelt sich nun ein permanentes Gas und steigt in der Röhre auf: dieses Gas ist eine Mischung von Sauerstoff und Wasserstoff,

59)

Gesetz vom 15. Julius 1845 Titel III Art. 19. Wer immer durch Ungeschicklichkeit, Unvorsichtigkeit, Unaufmerksamkeit, Nachlässigkeit oder Nichtbeachtung der Gesetze oder Reglements auf einer Eisenbahn oder in Stationsgebäuden unabsichtlich einen Unglücksfall veranlaßte, welcher Verwundungen zur Folge hatte, wird mit achttägiger bis sechsmonatlicher Verhaftung und mit einer Geldbuße von 50 bis 1000 Francs bestraft.

Wenn der Unglücksfall den Tod einer oder mehrerer Personen nach sich zog, so erstreckt sich die Haft von 6 Monaten auf 5 Jahre, und die Geldbuße von 300 bis auf 3000 Fr.

Art. 20. Jeder Locomotivenführer oder die Bremse dirigirender Conducteur, welcher, während der Train im Gang ist, seinen Posten verläßt, wird 6 Monate bis 2 Jahre lang eingesperrt.

Art. 21 Jeder, welcher den königl. Ordonnanzen hinsichtlich der Polizei und des Betriebs der Eisenbahnen oder den Beschlüssen der Präfecte behufs des Vollzugs besagter Ordonnanzen zuwiderhandelt, wird mit einer Geldbuße von 16 bis 3000 Fr. bestraft.

Im Fall einer Wiederholung in demselben Jahre wird die Strafe verdoppelt und kann das Gericht je nach Umständen noch außerdem eine Verhaftung von 3 Tagen bis zu einem Monat aussprechen.

Art. 22. Die Concessionäre oder Pächter einer Eisenbahn sind sowohl dem Staate als den Privaten gegenüber für den von den Administratoren, Direktoren oder Beamten überhaupt beim Eisenbahnbetriebe verursachten Schaden verantwortlich.

Auf dieselbe Weise ist der Staat verantwortlich gegen die Privaten, wenn die Eisenbahn auf seine Kosten und für seine Rechnung betrieben wird.