Text-Bild-Ansicht Band 202

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Textabbildung Bd. 202, S. 73

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* Die anfängliche Länge der Täfelchen nach dem Abbinden und vor dem Einlegen in Wasser war durchweg 4,3 Centimeter.

In diesen Zahlen liegt Zweierlei vollkommen klar: nämlich daß unter sonst gleichen Umständen die Erhärtung abhängig ist zunächst von der Menge des Wassers beim Anmachen; dann und in weit höherem Grade von dem Korn der zerriebenen Masse. Wirken feinstes Korn der Masse und höchster Wasserzusatz zusammen, so folgt gänzliche Erweichung mit stärkster Aufquellung. Bei dem nächst gröberen, also mittleren Korn unter Mitwirkung von vielem Anmachwasser, erfolgt einige Verminderung der Härte, keine Erweichung, der Einfluß der Menge des Anmachwassers ist schon mehr beschränkt; bei wenig Anmachwasser gibt dieses mittlere Korn schon normale Härte. Beim groben Korn verschwindet der Einfluß der Menge des Wassers beim Anmachen ganz, es ist überall gleiche Härte. – Wird eine derartige Masse, wie dieß jeder Gypsgießer vom gewöhnlichen Gyps weiß, mit viel Wasser angemacht, so entsteht ein sehr poröser, wird sie mit wenig Wasser angemacht, ein dichter und viel festerer Guß. Nach dem Abbinden, wo die Theilchen nur eben angefangen haben aneinander zu haften, saugt der lockere Guß beim Einlegen in Wasser natürlich mehr Wasser ein als der dichte und die Hydratbildung wird, da das Wasser andererseits bei der Feinheit des Kornes auf eine große Oberfläche wirkt, mit Nachdruck und großer Vollständigkeit von statten gehen. Nachdem in der ersten Zeit des Einlegens die Theilchen