Text-Bild-Ansicht Band 202

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In Folge dieser Druckdifferenz wird der Quecksilberstand – etwa wie in Figur 4 angedeutet – um die Größe h' sich ändern, daher die Relation besteht:

13,6 × h' = 1 × (h + h')
oder h = 12,6 h'

dabei das specifische Gewicht des Quecksilbers mit 13,6 angenommen.

Die Aenderungen des Wasserstandes im Dampfkessel werden also proportional durch den Unterschied der Höhen der Quecksilbersäulen im Indicatorrohr angegeben und auf der Theilung, welche auf der Platte M (Fig. 1) ersichtlich ist, abgelesen.

Die weitere Anordnung des Wasserstandszeigers ergibt sich aus den bezeichneten Abbildungen.

XLV. Ueber Dampfkessel-Explosionen und deren Veranlassungen; von Maschinen-DirectorKirchweger in Hannover.

Aus den Mittheilungen des hannoverschen Gewerbevereines, 1871 S. 183.

Ueber die Ursachen der Dampfkessel-Explosionen ist bereits eine große Zahl von Urtheilen laut geworden, die meistens basirend auf unerwiesene Hypothesen, nur den Erfolg haben könnten, das Bestreben zu unterdrücken, dem wirklich veranlassenden Grunde einer Explosion fernerweit nachzuforschen, zumal wenn der Berichterstatter in mysteriösen Erklärungen sich erging.

Dem Schreiber dieses sind auch vielfach Kesselexplosionen in ihren Endresultaten zu Gesicht gekommen und blieb es ihm selten zweifelhaft, wo der Keim zur Explosion lag und wie deren Effect seinen Anfang und Verlauf nahm.

Nach solchen Beobachtungen und dadurch erlangten Anschauungen, unterstützt durch darauf hinzielende praktische Versuche, darf man sich unter Anderem erdreisten, entschieden in Abrede zu stellen, daß das bekannte Leidenfrost'sche physikalische Phänomen selbst in geringstem Maaße bei Kesselexplosionen sich bethätige.

Ein leicht anzustellender Versuch zeigt, daß z.B. das in eine glühend heiße Kelle von Eisenblech eingefüllte Wasser rascher oder langsamer in Dampf verwandelt wird, je nachdem das Eisenblech einen höheren oder