Text-Bild-Ansicht Band 202

Bild:
<< vorherige Seite

daß zu besonderen Zwecken Abzüge auf harte und ungefeuchtete Pappe gemacht werden mußten, wobei die Spannung der Buchdruckpresse nothwendig eine zu starke gewesen ist, zumal in Rücksicht auf die nicht unbedeutende Größe der vorhandenen Druckfläche.

Wie schon bemerkt, können die planotypischen Druckplatten jede Größe haben, welche die Buchdruckpresse überhaupt gestattet. In der königl. Hofbuchdruckerei von Meinhold und Söhnen in Dresden wurden auf der größten Doppelmaschine für den Bedarf des Verf. lange Zeit Platten gedruckt, welche bei einer Bogenbreite von circa zwei Ellen eine Druckfläche von über 1500 Quadratzoll repräsentirten, wie sie die betreffende Schnellpresse eben darbietet.

Auf diese Art würden sich durch Zusammenfügen von zwei oder gar mehreren derartigen Platten beispielsweise die allergrößten Pläne oder Wandtafeln zu Lehrzwecken zu erstaunlich billigen Preisen herstellen lassen, wenn es sich dabei namentlich um sehr große Auflagen handelt; denn die Druckpreise kämen gegenüber dem zehnfach theureren Steindruck bei dem einzelnen Exemplare kaum in Betracht.

In gleicher Weise ließen sich mancherlei geschäftliche Bedürfnisse von Druckgegenständen mittelst pianotypischer Druckplatten billigst und sauber herstellen; man denke nur an die unendlich verschiedenen gewerblichen und kaufmännischen Formulare und Waaren-Etiquetten aller Art, welche jetzt auf lithographischem Wege hergestellt werden, und wozu die Planotypie – gleichviel ob mit oder ohne Firmen oder andere Inschriften – unverwüstliche Platten für den Schnellpressendruck liefern könnte.

Aber auch nach anderen Seiten hin verdient die Planotypie alle Beachtung, wo es sich nicht um den Druck, sondern um das Stempeln mit der Hand oder mit irgend welcher Vorrichtung handelt; denn die Planotypie ist ganz geeignet, dauerhafte Metallstempel aller Art, Signir-Buchstaben, Wappen, Fabrikzeichen und dergleichen zu liefern.

Der Verf. bemerkt zuletzt, daß er mit dieser Darlegung keinerlei Reclame für sein pianotypisches Atelier machen wolle, welches durch fortlaufende Arbeiten bereits vollständig in Anspruch genommen sey, daß er aber den Freunden gewerblicher Bestrebungen überhaupt und den Fachleuten der graphischen Künste insbesondere durch vorstehende Mittheilungen einiges Interesse zu bereiten glaube. (Polytechnisches Centralblatt, 1871 S. 1226.)