Text-Bild-Ansicht Band 203

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ist jener nicht so groß, daß sich nicht ein Luftpolster bilden könnte, um die Ziegel vor dem heftigen Auffallen und daraus resultirender Beschädigung zu schützen.

Ist der Kasten voll, so gibt der Arbeiter unten jenem oben ein Zeichen mit dem Herabwerfen inne zu halten und fährt die Ziegel heraus. Der demolirende Arbeiter versetzt sein Gerüst selbst und verkürzt sich die Röhre durch Absägen nach Bedarf. (Nach Engineering; technische Blätter, 1871, Heft IV, S. 274.)

Mushet's sogen. Special-Stahl.

Dieser Stahl eignet sich vorzüglich zur Bearbeitung von Stahl-Gußstücken und überall dort, wo sonst die Härte des Materiales die Werkzeuge schnell stumpf macht. Mushet's Stahl braucht nicht gehärtet zu werden, sondern erlangt durch leichtes Hämmern die erforderliche Härte.

Erzeugt wird dieser Special-Stahl durch die Titanic Steel and Iron Company, Forest Steel works, Coleford, Gloucestershire. (Agentur für den Continent: August Pillot in London, Lombard Exchange)

Mushet's Stahl kann von der Firma Specht und Hutzelsieder in Augsburg bezogen werden.

Ueber das Hämmern von flüssigem Stahl; von Director J. Stummer.

Ueber diesen Gegenstand hielt Hr. Director J. Stummer Ritter v. Traunfels in der Wochenversammlung des österreichischen Ingenieur- und Architektenvereines vom 23. December 1871 einen Vortrag, welchem er die Bemerkung vorausschickte, daß man denselben nicht als eine Reclame für die von ihm gemachte Erfindung, sondern als eine einfache Mittheilung im Interesse der Wissenschaft betrachte, von der er hoffe, daß sie manchen Fachgenossen anregen werde, in der von ihm begonnenen Richtung weiter zu arbeiten.

Redner bezeichnet als den Gegenstand seiner Mittheilungen die Art der Manipulation mit Gußstahl oder überhaupt mit gußbarem Metall und gibt die Mängel an, welche sich bei derselben früher in größerem, später zwar in geringerem, immer ' aber noch in bedeutendem Maaße dadurch stets fühlbar machten, daß insbesondere bei der Fabrication von Gußstahlblechen sich mit Oxyden ausgefüllte Gruben gebildet haben, deren Entstehen man sich auch anfänglich nicht zu erklären vermochte; deßgleichen machte sich auch stets der Uebelstand fühlbar, daß in der Mitte des Bleches unzusammenhängende Stellen sich bildeten. Beide Uebelstände wurden dadurch beseitigt, daß diese Zwischenräume durch die Schmiedearbeit derart zusammengeschlagen wurden, daß sie eine gegen kleine mechanische Widerstände genügende Adhäsionskraft erlangten.

Die Ansicht, daß die Ursache dieser Uebelstände in der Art der Bearbeitung des Stahles zu suchen sey, hatte sich bald allgemein als die richtige verbreitet und Redner habe diese Ansicht durch fortgesetzte Versuche und gestützt auf die in England und Frankreich in dieser Beziehung gemachten Versuche, vollkommen bestätigt gefunden.

Die bezeichneten Uebelstände hätten darin ihren Grund, daß man bisher die Schmiedearbeit am Stahl nach seiner Abkühlung und abermaligen Erwärmung vorgenommen habe und diese werden beseitigt, wenn der Stahl in noch flüssigem Zustande geschmiedet wird.

Die früher an Stahlblechen häufig wahrgenommenen Fehler seyen nichts Anderes als Blasen, welche nicht zusammengeschweißt werden können, weil sie mit einer Oxydschicht bedeckt sind; diese Blasen treten oft gar nicht an die Oberfläche, oft treten sie nahe an dieselbe heran, manchmal münden sie auch in derselben aus.

Redner gibt ferner eine Darlegung der von ihm im Eisenwerke zu Neuberg gemachten, hierauf sich beziehenden Versuche mit Pressen, und erwähnt es als eine merkwürdige Thatsache, daß nach Einwirkung der Presse sich zeigte, daß sämmtliche Gasblasen sich in der Mitte des durch die Presse behandelten Blockes zusammengedrängt hatten, welcher letztere Umstand der nach diesem Verfahren auszuführenden Kanonenerzeugung um so vortheilhafter sey, weil hier der innere Theil, also der Theil wo die Blasen sich angesammelt haben, herausgebohrt wird.