Text-Bild-Ansicht Band 204

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Bei dem in Rede stehenden System sind zwei Theile zu unterscheiden: 1) die durch ein Gewicht getriebene Uhr oder die Normaluhr, welche die magnet-elektrischen Ströme liefert; 2) die sympathischen Uhren oder Zeigerwerke, welche durch die letzteren in Gang gesetzt werden. Zur Erzeugung der Ströme dient folgender Apparat. Fig. 25 stellt die Pendelvorrichtung in der Seitenansicht und zum Theil im Grundrisse dar. An das Ende der Pendelstange R sind zwei mit isolirtem Kupferdraht umwundene Spulen neben einander befestigt, welche bei den Oscillationen der Pendelstange abwechselnd über die Schenkel der permanenten Stahlmagnete A, A' gleiten. Die entgegengesetzten Pole dieser Magnete liegen einander gegenüber, so daß, wenn die Spulen von A nach A' schwingen, ein Strom durch den Draht nach der einen, und wenn sie von A' nach A zurückschwingen, ein Strom nach der entgegengesetzten Richtung geht. – Da diese Ströme eine gewisse Arbeit zu verrichten haben, indem sie die „sympathischen“ Uhren in Gang setzen, so ist auch eine gewisse Kraft erforderlich, um das Pendel fortwährend in Schwingung zu erhalten, und zwar mehr Kraft, als erforderlich wäre, um eine Pendelstange mit einer gewöhnlichen Linse von dem Gewichte der Spulen B in Gang zu erhalten. Man kann sich davon überzeugen, wenn man die Drahtleitung und mit ihr den galvanischen Strom während des Ganges der Uhren unterbricht. Das Pendel beginnt alsdann mit großer Heftigkeit zu oscilliren, daher jede Uhr mit einem einfachen Bremsstücke ausgestattet wird, welches die Wirkung des Pendels mäßigt und einer Beschädigung in Folge zufälligen Reißens des Drahtes vorbeugt.

Fig. 26 stellt die Hemmung dar, welche das Pendel unter sehr geringer Reibung im Gang erhält. Das Wichtigste an dieser Hemmung sind die um die Achsen a, a beweglichen Theile p, p, welche die Stelle der Paletten oder Spindellappen gewöhnlicher Echappements vertreten, und durch Federn s in ihrer normalen Lage erhalten werden. Die Zähne des Hemmungsrades C wälzen sich auf diesen Paletten auf analoge Weise ab, wie die epicykloidalen Zähne beim Rädereingriff, so daß eine Reibung eigentlich nur an den stählernen Achsen stattfindet. In dem Momente wo der Zahn die Palette verläßt, gibt er dem Pendel einen starken Impuls, und so wird die nöthige Kraft erzielt.

Die Art, wie die anderen Uhren durch die elektrischen Ströme in Thätigkeit gesetzt werden, ist aus Fig. 27 zu ersehen. Jede Uhr ist mit einer gewöhnlichen Galvanometerspirale und magnetisirten Nadeln ausgestattet. An der Drehungsachse der Nadeln sitzt ein Getriebe welches in ein Kronrad greift. Letzteres setzt das Zeigerwerk in Thätigkeit. Die Wirkungsweise ist folgende. Angenommen, die Nadeln seyen anfangs